Wie Sex ein Gesicht bekam

Es ist ein Titel, der eine Person schmücken soll – viel mehr noch – schmeicheln soll. Ein Status, der für Begierde steht. Der Traum, ein Darsteller in den Träumen anderer zu sein und gleichzeitig auch ein Aushängeschild, für ein Verlangen, das alle verlangen. 

Das „Sexsymbol“ ist uralt, schon Anfang der 90er Jahre fand man Gefallen daran, berühmten Stars und Sternchen einen sexualisierenden Titel zu verleihen. Mittels der Medien drang Sex in die Öffentlichkeit, die Filmemacher präsentierten ihre entdeckten Schöpfungen von Schönheit und publizierten ein Bild von Attraktivität.

Marilyn Monroe, Elvis Presley, George Clooney, Pamela Anderson – sie alle wurden symbolisiert und gleichermaßen auf ihr äußerliches Erscheinungsbild reduziert. Durch die öffentliche Bewertung der Medien, die eifrig „sexsymbolisierten“, übernahm die Gesellschaft parallel die Einschätzung und speicherte entsprechende Menschen kategorisch ab. Schon die Definition verrät die Absurdität des Titels, ein Symbol gleicht einem Erkennungszeichen, demnach muss man davon ausgehen, dass sich die Betrachter beim Anblick von Clooney und Co unmittelbar sexuelle Handlungen (mit der Person) vorstellen. Also dienen die „Sexsymbole“ als Vorlage um sich „aufzugeilen“? Es scheint, als bräuchten wir eine Art Orientierung, um leichter einzuschätzen, wen wir als attraktiv wahrnehmen können und wen nicht. Dass Schönheit einen individuellen Charakter hat und eigentlich gesichtslos ist, wurde mittlerweile so perfide von den Medien verschleiert, dass die steigernde Gier nach Bestätigung, nach einem Namen verlangte.

Kann es sich bei dem Titel „Sexsymbol“ also wirklich um eine Anerkennung handeln oder geht es hier vielmehr um Schubladendenken in einer immer oberflächlicher werdenden Gesellschaft?

Das sollte anhand subjektiver Wertvorstellungen wohl jeder für sich selbst beantworten.

Von Juliane Maleika

Foto: Instagram: #sexsymbol

[ssba]