Wasserkraft – zwischen Klima-und Naturschutz

Durch Wasserkraftwerke werden starke Schäden in der Natur verursacht, die inzwischen durch verschiedene Maßnahmen verhindert werden sollen.

Wasserkraft zählt weltweit zu den bedeutendsten erneuerbaren Energiequellen. Während sie in vielen Ländern intensiv genutzt wird und einen Großteil der Stromerzeugung ausmacht, werden in Deutschland nur knapp 5% des gesamten Stroms daraus gewonnen. Diese besondere Art der Energiegewinnung birgt Vorteile, aber auch viele ökologisch bedenkliche Nachteile.

Durch die CO₂-freie Stromerzeugung wird zwar ein großer Beitrag zum Klimaschutz geleistet, jedoch wird durch den Bau der großen Stauanlagen auch erheblich in die Umwelt eingegriffen. Dadurch ergeben sich oft schwerwiegende ökologische und soziale Folgen. Einer der größten Nachteile ist die Behinderung der Fischwanderung. In Wasserkraftwerken fließt das Triebwasser vom Oberwasser durch eine Turbine zum Unterwasser, wodurch elektrische Energie gewonnen wird. Davon sind auch viele Fische betroffen, die bei ihrer Wanderung in das Kraftwerk gelangen und sich schwere Verletzungen beim Turbinendurchgang zuziehen oder sogar sterben. Für dieses Problem gibt es zwar die Lösung durch einen Bau von Fischabstiegshilfen, die aber pro Kraftwerk teilweise bis zu über einer Million Euro kosten und deshalb noch nicht überall zu finden sind. Die Behinderung der Fischwanderung ist aber nicht das einzige ökologische Problem der Wasserkraftwerke. Unter anderem verändert sich auch die Wassertemperatur, der Sauerstoffgehalt, die Sedimentbeschaffung des Bodens und die Durchgängigkeit des Gewässers. Auch BUND-Wasserexperte, Sebastian Schönauer hat Bedenken bezüglich der Gewässerökologie: „Anstatt neue Kraftwerke an den Flüssen zu bauen, müssen die Anstrengungen zum Energiesparen weltweit deutlich erhöht werden. Die Bewahrung beziehungsweise die Wiederherstellung des natürlichen Zustands von Bächen, Flüssen und Auen ist dringend geboten. Sonst droht das Verschwinden vieler Tier-und Pflanzenarten und der Verlust des für den Hochwasserschutz nötigen Wasserrückhalts in der Fläche.“

Im Dezember 2000 ist zur Erreichung einer Verbesserung der Oberflächengewässer die EG-Wasserrahmenrichtlinie in Kraft getreten, die das Ziel hat, in allen Flüssen, Bächen und Seen der EU bis Ende 2015 einen guten Gewässerzustand zu erreichen. Da das Potential für große Wasserkraftwerke in Deutschland bereits am Ausbaulimit ist und kleine Kraftwerke wenig ertragreich sind, werden nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014 (EEG 2014) keine Kleinanlagen mehr gefördert, außer sie erreichen durch den Bau einen guten ökologischen Zustand der Gewässer.Primäres Ziel im Bereich der Wasserkraft in Deutschland ist es also, bisherige Anlagen im Hinblick auf die Gewässerökologie zu verbessern und zu modernisieren, statt neue Kraftwerke zu bauen.

Von Marie Röthlingshöfer

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