War da was? Über die Schuld der Ölfirmen

Ölfirmen müssen Verantwortung für die teilweise von ihnen verursachten Folgen des Klimawandels übernehmen. Auch finanziell sollten sie für Loss and Damage-Schäden aufkommen. Ein Kommentar von Chiara Thies.

Loss and Damage bezeichnet zusammengefasst alle Schäden der Erderwärmung, denen nicht mehr vorgebeugt werden konnten. Flutwellen oder Dürren zählen beispielsweise dazu. Der Begriff Loss beschreibt den Verlust von Leben oder Lebensräumen, der Begriff Damage beschreibt Sachschaden, wie an Häusern, Brücken usw.

Der weltweite CO2-Ausstoß, verursacht durch fossile Brennstoffe, liegt bei 64%. Dadurch haben Ölfirmen den Treibhauseffekt versstärkt. Gleichzeitig haben sie die Erderwärmung offiziell geleugnet. Manche Firmen haben sogar Wissenschaftler, welche ebenfalls gegen den Klimawandel sind, mit Spenden unterstützt. So zahlte die amerikanische Firma Exxon Mobile, ein Nachfolger der Standard Oil Company, 20.000 US $ zwischen 1998 bis 2000 an das Science and Evironmental Policy Project (SEPP). Die SEPP wurde von dem Wissenschaftler Fred Singer gegründet. Singers wissenschaftliche Glaubwürdigkeit ist fragwürdig, da er in engem Kontakt zu Interessenverbänden, wie beispielsweise Exxon, steht. So bezweifelt er, dass von Menschen verursachter CO2-Ausstoß den Treibhauseffekt verstärkt. Er geht von einem natürlichen Wechsel zwischen warmen und kalten Durchschnittstemperaturen aus und befürwortet einen warmen Planeten.

Dabei verkennt er die negativen Auswirkungen des Klimawandels. Kleinere Inselstaaten werden bei einem steigenden Meeresspiegel sinken und gefährliche Wettereignisse, wie Tsunamis, verstärkt. Kambodscha rechnet seine Flut aus dem Jahr 2013 dem Klimaschutzbereich des Loss and Damage an. Die Flut hat das Land zwischen Thailand, Laos und Vietnam laut eigenen Angaben 356 Millionen US $ gekostet. Dort kommen neben Flutwellen auch Dürren wie im Jahr 2012 vor. Durch die Erderwärmung wird auch der Regenfall unvorhersehbar werden. Das arme Entwicklungsland ist deswegen laut eigenen Angaben auf ausländische Hilfe angewiesen.

Diese Hilfe könnte es finanziell aus dem Green Climate Fund (GCF) erhalten. Der GCF ist eine Maßnahme der Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen. Der Fond soll bis 2020 100 Milliarden US $ umfassen und ist für Maßnahmen der Anpassung und Verkleinerung des CO2-Ausstoßes sowie Schäden durch den Klimawandel gedacht. Die 100 Milliarden Euro sind jedoch noch nicht erreicht und bis jetzt zahlen nur Nationalstaaten.

Auch Firmen wie Exxon Mobile müssen in den GCF einzahlen. Durch das Leugnen des Klimawandels haben sie diesen verschlimmert. Für die daraus entstandenen Schäden müssen sie international Verantwortung übernehmen und finanziellen Ausgleich schaffen. Besonders Entwicklungsländer sind auf die Hilfe angewiesen.

Von Chiara Thies

Foto von Filipa Luise Lessing

[ssba]