Vier Gründe, warum ich Halloween nicht brauche

Ende Oktober ist – na klar – Halloween-Zeit. Unser Autor Moritz stellt sich die Frage: Brauchen wir das wirklich? Er zumindest nicht. Warum er das Gruselfest nicht feiert? Aus diesen vier Gründen.

1. Erschrecken und Gruseln? Nein, danke!

Ich erinnere mich noch genau an den 31. Oktober vor ein paar Jahren. Abends klingelt es an der Haustür, draußen ist es schon dunkel. Mein kleiner Bruder geht unwissend zur Tür, will sie öffnen. Durch die kleinen Glasfenster sieht er schon, was ihn erwartet: ein verkleideter Junge mit schwarzen Klamotten und einer Scream-Maske. Angsteinflößend, vor allem für einen Zweijährigen. Mein Bruder zuckt zusammen, läuft in die Küche – und traut sich in den nächsten Wochen nicht, unsere Haustür alleine zu öffnen.

2. Süßes oder Saures: Ich öffne die Tür aus Prinzip nicht

Jahr für Jahr ziehen Kinder an Halloween von Haus zu Haus, um sich Süßigkeiten zu sichern. Süßes oder Saures? Trick or Treat? Egal! Ich kaufe keine Süßigkeiten für den Grusel-Abend, öffne die Haustür dann einfach nicht. Schließlich haben wir noch das Martinssingen. Ein paar Tage später, am 10. und 11. November, singen Kinder wieder an der Haustür – übrigens anlässlich des Bischofs Martin von Tours. Manchmal mit selbstgebastelten Laternen, manchmal mit den Eltern im Schlepptau. Aber immer mit schöner Atmosphäre und positiver Stimmung.

3. Feiert man ein Fest oder die Wirtschaft den Absatzmarkt?

Wer profitiert unterm Strich eigentlich am meisten von der Grusel-Feier? Ein großer Profiteur, in materieller Hinsicht vielleicht der größte: die Wirtschaft. Der Umsatzanteil der Halloween-Leckereien hätten sich von 2013 bis 2015 mehr als verdoppelt, sagt zum Beispiel Michael Griess vom Marktforschungsinstitut Nielsen in der Onlineausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Um die 209 Millionen Euro seien vergangenes Jahr laut dem Institut in der Zeit um den 31. Oktober für Süßigkeiten ausgegeben worden: ein Zuwachs von ungefähr 18 Prozent.

4. Import aus den USA: Mir fehlt die Bindung

Halloween feierte man ursprünglich in Irland, durch irische Einwanderer später auch in den USA, verrät Wikipedia. Nach Deutschland kam das Gruselfest in den 90er Jahren: Erst durch Artikel in den Medien, dann sei Halloween wie eine Lawine übers Land gerollt, sagt Walter Grünzweig, Professor für Amerikanistik der TU Dortmund, in der Onlineausgabe des Stern. Mir persönlich fehlt schlichtweg die Bindung zum Gruselfest. Ich brauche Halloween nicht, aber das kann jeder für sich entscheiden.

Foto von Lisa Eimermacher

Kommentar von Moritz Muschik

[ssba]