„Vielfalt ist Schönheit“ – Wie Pinkstinks gegen Sexismus in der Werbung protestiert

Pinkifizierung, Sexismus in der Werbung und Schönheitsdruck: Dagegen stemmt sich die Protestorganisation Pinkstinks. Was genau dahinter steckt.

Stinkt Pink? Wohl kaum. Das bestreitet auch die Protestorganisation Pinkstinks nicht. Und trotzdem hat die Farbe etwas mit der Gründungsgeschichte des gemeinnützigen Hamburger Vereins zu tun. „Pink stinks!“ rief nämlich eine Mutter, nachdem ihre Zwillingstöchter zum Geburtstag überwiegend pinke Produkte geschenkt bekommen hatten. Und so führte dieser Ausruf zur Gründung von Pinkstinks.

„Organisierter Stunk gegen Gender-Marketing und Sexismus in der Werbung“

Mit dem Slogan „Vielfalt ist Schönheit“ setzt sich die Protestorganisation seitdem gegen Produkte, Werbe- und Medieninhalte ein, die Kindern eine begrenzende Geschlechterrolle aufzwängen. Schließlich profitiere vor allem die Wirtschaft von diesen klaren Rollen, heißt es auf der Website von Pinkstinks: „Die Illusion des perfekten Geschlechts feuert den Konsum an.“ Die Organisation definiert sich selbst als „organisierter Stunk gegen Gender-Marketing und Sexismus in der Werbung“.

Über Petitionen und Online-Proteste will Pinkstinks Industrie und Politik erreichen. Es sollten mehr Möglichkeiten für junge Menschen geschaffen werden, sich zu entfalten, fordert die Organisation. Was heißt das konkret? Das bringt der Verein beispielhaft und alltagsnah auf seiner Website auf den Punkt:

„‚Pinkstinks‘ ist der verzweifelte Ausruf von Eltern, die bei H&M für ihre Tochter in die Jungenabteilung gehen müssen, um für sie eine Hose zu finden, mit der sie auf Bäume klettern kann.“

Damit weist Pinkstinks auf Probleme hin, die wir wohl alle aus der täglichen Werbung kennen. Und die Protestorganisation unternimmt etwas gegen sexistische Inhalte und Marketing, das an Geschlechtsrollen orientiert ist: Das Team steht in Kontakt mit Bundestagsabgeordneten, arbeitet an Schulen und betreibt Öffentlichkeitsarbeit, um mehr Vielfalt zu schaffen. So bekam die Lobbygruppe auch Aufmerksamkeit durch die Kritik an der TV-Show „Germany’s Next Topmodel“. Online können Interessierte kostenfrei Sticker und Flyer bestellen. Und: Nutzer können über die Website „Werbemelder*in“ selbst sexistische Werbung melden.

Wer mehr über Pinkstinks erfahren möchte, bekommt weitere Informationen auf www.pinkstinks.de.

Text und Foto von Moritz Muschik

Foto: Die Pinkstinks-Website (https://pinkstinks.de/) auf dem Smartphone fotografiert

[ssba]