Ausgekotzt: Der Vatertag

Hlo u hrzlich wik…wikomn zzu Tsst üba dn Vadadag… Wenn ihr schamfrei, mindestens 12 Jahre alt, im Besitz eines Bollerwagens seid, UND es schon neun Uhr morgens ist, dann habt ihr diese Begrüßung zum „Vatertag“ verstanden. Denn ihr seid voll wie zehn Russen und habt euch schon mindestens einmal geprügelt oder übergeben. Wundervoll, alles läuft nach Plan.

Jedes Jahr das gleiche Bild: junge, alte und natürlich volldebile Menschen treffen sich zum kollektiven Umtrunk mit Eskalationspotenzial. Vornehmlich ländlichere Gebiete erfreuen sich am Vatertag jeden Jahres über Müllberge und Kotzepfützen am Wegesrand. Bollerwagen, Bier, diverser Hartsprit und laute Mukke gehören zum obligatorischen Handwerkszeug des „Vaters“.

Watt, Frauen?! Natürlich!

Doch die Sauflandschaft ist schon lange keine reine Männerdomäne mehr. Heutzutage sieht man auch besoffene Weiber mit ihren Artgenossen marodierend durch die Heide grölen. Das Auswahlkriterium zur Teilnahme am „Vatertag“ wurde also etwas gelockert. Man braucht weder Eier, noch Hirn, um an diesem Tag „Vater“ zu sein. Braucht man ja sonst irgendwie auch nicht… Aber egal, vornehmlich geht es ja auch gar nicht darum Erziehungsberechtigter, sondern eher Besoffener zu sein! Als die Blumenindustrie den Muttertag erfand, um ihren Profit zu steigern, fühlten sich die Herren zurecht vor den Kopf gestoßen. „Wir wollen aber auch von der Wirtschaft ausgebeutet werden! Scheiß Emanzenkampagne!“. Gesagt getan – die Bierindustrie witterte ihre Chance und sorgte für einen gerechten Ausgleich.

Dass die einzigen Blumen am „Vatertag“ höchstens die Schaumkronen auf den Biergläsern darstellen, ist dabei irrelevant. Die Gläser in der Regel aber auch – der Gerstensaft schmeckt aus der Flasche genuckelt eh viel geiler *rülps*!

 

Mfmmgfkegk

Nur warum dürfen Frauen einen saufen, aber die Männer bekommen keine Blumen? Ganz einfach: WEIL BLUMEN KACKLANGWEILIG SIND!!! Die machen sich in der Küche neben dem Herd schon ganz gut, tangiert den Kerl auf dem Weg zum Kühlschrank aber nur peripher. Alkohol ist eben etwas für jeden, auch wenn er/sie noch keine Blagen hat. Logisch oder? Frauen haben eben einfach den noch lächerlicheren „Feiertag“ abbekommen. Deshalb lungern sie jedes Jahr mit den Kerlen rum, hauen sich Bier in die Birne und bereiten sich auf den eigentlichen Feiertag vor – den „Katertag“.

Ganz recht, das Geheimnis ist gelüftet. Der „Vatertag“ ist nur ein Vorbereitungsevent für den „Katertag“. Diesen sollen nämlich wirklich beide Geschlechter 24 Stunden später „feiern“. Ein Tag, an dem Gleichstellung par excellence dargeboten wird. Ein Tag, an dem alle ein Recht darauf haben in ihrer oder fremder Kotze aufzuwachen. Ein Tag, an dem der Hedonismus des Vortages überdacht, aber doch nicht für die Zukunft annektiert wird. Und auch das, liebe Frauen, gönnt euch jeder Mann mal so richtig, darauf könnt ihr euch verlassen!

So, jetzt brauche ich aber erstmal ein Bier. Ist ja auch schon fast elf…

Von Dennis Schmitt

[ssba]