Travelguide: Salzburg

Vergesst alle Datingportale, schmeißt Tinder von euren Handys und wartet nicht länger auf die Frühlingsgefühle – fahrt nach Salzburg. Drei Tage in der schönen österreichischen Stadt und ich war verliebt. So schnell kann’s manchmal gehen! Im Folgenden erzähle ich euch ein bisschen was über meinen Kurztrip. Keine optimale Anweisung für den perfekten Aufenthalt, jedoch ein offener und ehrlicher Bericht mit ein paar Tipps und Tricks, die euch für eure zukünftige Salzburgreise wappnen können. Einfach nur: Your guide to lovely Salzburg. 

Da meine beste Freundin und mich die Reiselust packte, sicherten wir uns knapp einen Monat vor Abreise unsere FlixBus-Plätze in Richtung Salzburg. Besser hätten wir es nicht treffen können: 34 Euro pro Person, hin und zurück. Natürlich checkten wir auch alle möglichen Billigflugportale, um nicht doch noch eine günstigere (und wesentlich bequemere) Reisemöglichkeit zu erspähen. Jedoch fielen die Flüge mit ca. 300 Euro für unseren Geldbeutel doch etwas zu teuer aus… Wir freundeten uns schnell mit dem Gedanken der langen Busfahrt mit Umstieg in München an und sahen es als unser kleines Abenteuer (Hinfahrt: 13 Stunden mit drei Stunden Aufenthalt; Rückfahrt: 12 ½ Stunden mit 2 ½ Stunden Aufenthalt). Busfahren kann schließlich auch Spaß machen! Und so lange man jung ist – wieso auch nicht? Der ZOB in München bietet zudem viele Aufenthaltsmöglichkeiten, um die Zeit zu überbrücken.

Tipp: Nehmt nicht zu viel Reiseproviant mit. Wir haben unseren Hunger extrem überschätzt und viel zu viel mitgeschleppt. Letztendlich bekamen wir nämlich doch eine ganze Mütze Schlaf und der Hunger war somit gegessen.

In Salzburg angekommen, sprangen wir vom FlixBus direkt in die Stadtbuslinie drei. Diese kutschiert einen über mehrere Haltestellen direkt vor die Tür des Motel One Salzburg Süd (Station: Polizeidirektion), wo wir die nächsten drei Tage nächtigen sollten. Allein die Busfahrt war schon eine kleine Attraktion, da sie mit ihrer Fahrtstrecke Salzburg von Beginn an in ein wunderschönes Licht rückt. Lasst euch zu Anfang bloß nicht von eurem Ankunftsort, der Lastenstraße (ZOB), abschrecken und genießt es, wenn die Skyline Salzburgs im Busfenster auftaucht.

Wir buchten unser Hotel nach gründlicher Recherche über Booking.com. Eine Stornierung wäre sogar noch bis einen Tag vor Anreise möglich gewesen. Zu zahlen ist direkt vor Ort in Vorkasse und mit Bargeld. Das Motel bietet faire Preise (77 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer), eine gute und schnelle Anbindung an die Innenstadt, gepflegte, ruhige Zimmer und sehr freundliches Personal. Zudem hat man es nicht weit bis zur nächsten Sparkasse oder Volksbank oder auch Notfalleinkaufsmöglichkeiten wie DM oder Merkur (Supermarkt) liegen nah bei und sind fußläufig schnell zu erreichen.
Wie schon oben erwähnt, nahmen wir eigentlich durchgehend die Buslinie drei. Am häufigsten stiegen wir an der Station Mozartsteg, direkt an der Salzach (Fluss, der sich einmal durch das Herz Salzburgs schlängelt) aus, da diese Station im Zentrum liegt und sich für fußläufige Touristen anbietet. Mit vier Euro kam uns das 24h-Ticket am lohnendsten vor und so kauften wir uns jeden Tag ein neues, um Salzburg erkunden und abends tot in unser Hotelbett fallen zu können. Wie wir erst später erfuhren, fahren fast alle Busse in Salzburg elektrobetrieben. Also nicht über das komische Netz aus tausend verzwirbelten Drähten über den Straßen und den witzigen Antennen auf den Dächern der Busse wundern. Ihr seid jetzt Insider, ihr wisst was da abgeht!

Tipp: Kauft das Ticket nicht beim Busfahrer. Das kostet statt nur vier Euro gleich 5,50 Euro. 1,50 Euro gespart – euer Magen und Herz werden es euch für die eine Kugel Eis mehr danken!


Festung Hohensalzburg

Die Festung ist das Wahrzeichen der Stadt und macht die besondere Skyline Salzburgs aus – sie liegt auf einem Stadtberg, dem Festungsberg, und überragt majestätisch die ganze Stadt. Wir für unseren Teil waren ganz gespannt dort hoch zu fahren und wurden keineswegs enttäuscht: eine atemberaubende Aussicht, eine interessante Ausstellung in der Burg und obendrein noch Spitzenwetter. Die Auffahrt mit der Festungsbahn und der Eintritt kosteten uns insgesamt 15 Euro (leider kein Studentenrabatt). Jedoch könnt ihr auch selbst hinaufwandern und nur den Eintritt für die Festung zahlen.

Tipp: Bevor ihr wieder hinabfahrt- oder lauft: Trinkt oder esst eine Kleinigkeit auf der Terrasse des Festungsrestaurants und lasst euch vom unglaublichen Blick über das Hinterland Salzburgs berieseln. Von dort aus könnt ihr wunderbar auf die Schlösser Leopoldskron und Heilbrunn blicken. Die Alpen dahinter machen den Ausblick perfekt.

DomQuartier

Das DomQuartier zeigt prachtvoll, wie die Erzbischöfe Salzburgs lebten und herrschten. Der Rundgang führt durch die Alte Residenz, den Dom und die Benediktiner-Erzabtei St. Peter. Für die kulturell Interessierten unter euch bietet das DomQuartier eine tolle Mischung aus barocker Architektur, geschichtlichen Hintergründen Salzburgs und schönen Ausblicken aus den deckenhohen Fenstern auf den Domplatz und die umliegende Altstadt. Wir empfanden den Besuch als sehr lohnenswert und verbrachten ca. zwei Stunden im DomQuartier. Mit 10 Euro Eintritt (mit Studentenrabatt) inklusive Audioguide eine Sehenswürdigkeit, die man sich unserer Meinung nach nicht entgehen lassen sollte.

Mozart Geburtshaus

Salzburg ist, wie ihr sicher wisst, Wolfgang Amadeus Mozarts Geburtsstadt. Da wir in unseren drei Tagen Aufenthalt so viel sehen wollten, wie möglich, klapperten wir auch Mozarts Geburtshaus ab. Spannendes zu sehen gab es eine von Mozarts Kindergeigen und eine seiner Haarlocken (von der nicht sicher ist, ob sie überhaupt ihm gehörte). Wer beides nicht unbedingt sehen muss, sollte zum Ausgleich eine Mozartkugel verdrücken. Vom Eintrittspreis von 8,50 Euro (mit Studentenrabatt) könnt ihr sogar eurer Mama ein paar mitbringen. Schokolade macht glücklich! Und Glück verdoppelt sich schließlich, wenn man es teilt.

Schloss Mirabell

Am zweiten Tag wanderten wir in der Abendsonne zu den Gärten des Schloss Mirabell, das zentral in der Neustadt liegt und zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Der Mirabellgarten ist frei zugänglich und bietet schöne Plätze zum Setzen und Genießen. Vergesst auf keinen Fall euch umzudrehen, denn der Blick auf die Festung und die ihr zu Füßen liegende Stadt ist unglaublich schön. Die Innenräume des Schlosses werden überwiegend von der Salzburger Stadtverwaltung besetzt.

Tipp: Packt euch eine Flasche Wein ein, etwas zu Knabbern und sucht euch einen schönen Platz im Mirabellgarten. Beobachtet das Phänomen „asiatische Touristen“ und lasst euch die Sonne ins Gesicht strahlen. Amüsement garantiert. Kawaii!

Salzburger Landestheater

Wenn ihr gern ins Theater geht, informiert euch im Voraus oder auch spontan vor Ort über den aktuellen Spielplan. An der Abendkasse (ab 19 Uhr) könnt ihr Restkarten ergattern, für die ihr wirklich wenig Geld zahlt. Wir sahen am zweiten Abend das Stück „Wilhelm Tell“ in einer Neuinszenierung für 6 Euro pro Karte von wirklichen guten Plätzen aus. Am nächsten Abend wurde das Broadwaymusical „Annie“ gespielt. Leider restlos ausverkauft. Zu schön wär’s gewesen.

220 Grad

Das „220 Grad“ ist ein Rösthaus & Café, das sich besonders für Frühstückbegeisterte super anbietet. Es liegt etwas versteckt, dafür sehr ruhig, in der Chiemseegasse in der Salzburger Altstadt. Das Angebot ist etwas außergewöhnlicher, jedoch ist das Essen und natürlich besonders der Kaffee (und auch Tee) 1a. Die Bedienungen sind sehr zuvorkommend und das Preisleistungsverhältnis stimmt. Gönnt euch dort auf jeden Fall eine kleine Auszeit am Morgen.

Frühstück an der Salzach

Wer nicht so tief in den Geldbeutel greifen möchte, ist mit einem kleinen Picknick an der Salzach perfekt bedient. An unserem letzten Tag holten wir uns vom Bäcker Brötchen und einen Kaffee und setzten uns in die Morgensonne ans Ufer des Flusses. Glaubt mir – je einfacher die Dinge manchmal sind, desto schöner. Sehr Empfehlenswert!

Burgerista

Wer Lust auf einen richtig saftigen Burger mit leckeren Pommes hat, sollte definitiv der „Burgerista“ einen Besuch abstatten. Die deutsch-österreichische Fast Food-Kette ist sehr modern aufgemacht, jedoch nicht „pseudo cool“ und „hip“. Direkt in der Griessgasse mit Blick auf die Salzach gelegen, ist es schnell und einfach erreichbar. Euer Gaumen wird euch danken.

Bärenwirt

Wenn ihr jedoch lieber in traditionell österreichischer Atmosphäre schmausen wollt, geht in den „Bärenwirt“: Ein heimeliges, holzvertäfeltes Restaurant, auf dessen Speisekarte man ausschließlich einheimische Spezialitäten findet. Das Bier schmeckt, das Essen sowieso und das surrounding (inklusive herrlich österreichischem Dialekt der Sitznachbarn) versetzt einen ins tiefste Österreich – a must do, when in Salzburg!

Cocktailbar Pepe

Das „Pepe“ ist eine unscheinbare Cocktailbar in der Altstadt Salzburgs. Wir stießen auch nur zufällig auf das versteckte Juwel in der Steingasse. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn: Es war happy hour. Aber auch ohne Angebote stimmen die Preise, die Atmosphäre ist schummrig und angenehm, die Bedienungen sehr freundlich und die Musik unglaublich gut.

Fabi’s Frozen Bio Yogurt

Wenn ihr vor Ort seid, stattet „Fabi’s“ unbedingt einen Besuch ab. Es gibt eine breit gefächerte Auswahl an Toppings zu leckerem Frozen Bio Yogurt zu wirklich fairen Preisen. Bei gutem Wetter sitzt man zudem wunderschön vor dem Laden auf dem Universitätsplatz mit Blick auf die Kollegienkirche. Sonne tanken und Frozen Yogurt mampfen – was gibt es besseres?

  • Euer Zukunfts-Ich wird es euch danken, wenn ihr für die Busfahrt ein kleines Kissen oder Nackenhörnchen einpackt. Ich war noch nie so stolz auf eine meiner Entscheidungen.
  • Lasst die Spiegelreflexkamera zuhause und habt für schöne Urlaubsfotos euer Handy oder eine Kompaktkamera griffbereit. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine große Kamera einfach viel zu sperrig ist. Egal, wie wild ihr darauf seid, qualitativ umwerfende Bilder zu schießen – eine Handykamera tut’s auch…
  • …und passt perfekt in die kleine Handtasche. Lasst den Shopper ebenfalls daheim. Kleine Taschen sind Wunderdinger! Obwohl ich manchmal schon gerne Hermines Zauberhandtasche parat hätte…
  • Pflaster, Schmerztabletten und Desinfektionsmittel habe ich auf Städtereisen immer dabei. Erläuterung nötig?
  • Bucht auf keinen Fall eine Auslandsinternetflatrate. Ungefähr jedes Restaurant und Café in Salzburg bietet freies WIFI an. Geld Sparen und noch mehr Eis kaufen!
  • Salzburg ist die Stadt der Fußmärsche. Vergesst eure schicken, neuen Sneaker und packt die alten, ausgelatschten ein. Dann könnt ihr auch die Pflaster von der Packliste streichen.
  • Und da ihr auf Handyfotografie umsteigt: Mobiles Akkuladegerät nicht vergessen!

Salzburg hat mich verzaubert. Noch nie hat mich ein Kurztrip so in seinen Bann gezogen, dass ich den Drang verspürte, einen travelguide zu schreiben. Doch – oh, Salzburg – du hast es geschafft. Ich, als unterkühlte Norddeutsche, war positiv überrascht wie unglaublich nett und zuvorkommend Salzburgs Bewohner sind. Nicht übertrieben und aufgesetzt, sondern ganz natürlich. Der österreichische Akzent ist für uns Norddeutsche anfangs etwas lustig anzuhören, jedoch fällt es einem mit der Zeit kaum noch auf und man fängt schon selber an, Wörter oder Redewendungen zu adaptieren…

Abgesehen von den Menschen bietet Salzburg einfach eine wunderschöne Kulisse, in der man abschalten und alle Sinneseindrücke auf sich wirken lassen kann. Die Stadt ist sehr lebendig und gleichzeitig strahlt sie eine bemerkenswerte Ruhe aus. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, da Regen angesagt war, jedoch fast durchgängig die Sonne schien. Der tägliche Blick auf Alpen und Salzach im Kontrast zu der beeindruckenden Architektur, machten den Aufenthalt zu einem Augenschmaus. Obwohl ich ein Mädchen des Meeres bin, habe ich mich bei unserem Speed Date mit Salzburg in die bergige Landschaft verliebt.

Die drei Tage Aufenthalt waren ausreichend. Jedoch hätte ich einen Tag mehr gern genutzt, um die außerhalb liegenden Schlösser Leopoldskron und Heilbrunn besichtigen zu können. Anfangs war mir etwas flau im Magen, da mir viele erzählten, „man hätte Salzburg in zwei Stunden“ durch. Aber denkste! Es gibt so viel zu entdecken und dafür braucht man einfach Zeit. Wer diese Zeit hat und ebenfalls von der Reiselust gepackt wird, sollte sein Herz, genauso wie ich, an Salzburg verlieren. Nirgendwo anders ist es besser aufgehoben, als zwischen riesigen Felsmassiven und leckerem Essen.

Von Franca Lentz

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