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Wortkunst

Weihnachtssinn

Ich stehe im Dezemberwind;
im Glanz der vielen Lichter
und schaue voller Neugierde
in andere Gesichter:

Das eine ist sehr nachdenklich,
das and’re warm und offen
und noch ein and’res schaut sich um
– es wird wohl etwas hoffen.

Und ein Gesicht ist anteilslos
und eines wirkt gemein
und noch ein and’res schaut hinab
– es wird wohl traurig sein.

Ich spüre den Dezemberwind
und möchte grade gehen,
da sehe ich ein kleines Kind
und bleibe staunend stehen.

Ich sah viele Gesichter hier.
Ich schaute lange hin,
doch nur das kleinste aller ist
erfüllt vom Weihnachtssinn.

Denn es ist voller Vorfreude
und voller Ehrlichkeit.
Lebendig, lieb und aufrichtig
genießt es diese Zeit.

Und das Gesicht ist hoffnungsvoll,
es glaubt, vertraut und liebt
und zeigt mir still, warum es die
Adventszeit für uns gibt.

Ich liebe den Dezemberwind
und auch das Weihnachtslicht
und endlich trage nun auch ich
ein fröhliches Gesicht.

von Vivien Marie Rudek