Tag Archives: Glosse

Brainstorm, Muskelkater

Die Rebellion der Faultiere

„Returner! Knee! Knee! Knee! Und Returner! Kick!“, ruft uns die Frau, die heute anscheinend eine Überdosis Motivation zum Frühstück hatte, von ihrem kleinen Podest aus zu. Ich habe keine Ahnung, was diese Frau von mir will. Beinah panisch versuche ich mit ihr mitzuhalten, stolpere alle paar Schritte über den verfluchten Tritt, der die Bauch-Beine-Po-Übungen zu meiner persönlichen Hölle werden lässt. 

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Lifestyle

Befreiungsschlag im Vorgarten

Ich schaue aus dem Fenster und erblicke die Katastrophe. Ein neuer Gartenzwerg. Schon wieder. Vor dem Haus meines Nachbarn wacht eine regelrechte Armee des Spießbürgertums. Wo kauft er diesen Müll überhaupt? Welche Unmenschen machen mit so etwas auch noch Geld?

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Brainstorm

35 Minuten Sozial-Therapie

Kurz vor Weihnachten ist die Supermarktschlange das Eldorado jedes Einkäufers. Mütter mit angenehmem Akzent flüstern ihren wohlerzogenen Sprösslingen dezent zu: „Schantalle, halt’s Maul, gibt jez kenne Schokolade.“ Natürlich bleibt der Nachwuchs gesittet in seinem Einkaufswagensitz, bereit, sich mit seiner Mutter auf hohem Niveau zu duellieren. Continue reading

Fernweh

Der Sangria-Eimer auf Reisen

Des deutschen liebstes Reiseziel ist Mallorca. Das Institut Forsa hat nun eine Umfrage unter 9.500 Europäern durchgeführt. Dabei kam heraus, dass jeder zweite Deutsche Angst auf Reisen hat. Sind es die Geschichten von den Ballermann-Besäufnissen am Strand, die diese Angst verursachen? Continue reading

Brainstorm

Das Supermarkt-Dilemma

19.02: Eins, zwei oder drei – letzte Chance vorbei. Mit einem Toastbrot in der Hand haste ich zu Kasse zwei, denn dort ist die Schlange am kürzesten. Vor mir stehen drei Menschen, angeführt vom Mann der Kassiererin. „Rudolf, wir essen doch kein Weißbrot, das macht dick“, schnauft die Kassiererin, während sie mit ihren Wurstfingern auf dem Bildschirm herum tatscht, um das Weißbrot zu stornieren. Dann schickt sie ihren Mann los, um Graubrot zu holen. Heimlich stecke ich ihm im Vorbeigehen drei Scheiben Toastbrot zu. Rudolf lächelt dankbar.

19.42: Ich bleibe an Kasse Nummer zwei stehen. Auch wenn mein Magen flüsternd das Wort „Abendessen“ knurrt: Das typische Supermarkt-Dilemma will ich austricksen. Sobald man die Schlange wechselt, geht es auf einmal an der vorherigen Kasse viel schneller voran. Ganz vorne steht nun eine Oma. Mit zittrigen Fingern kramt sie in ihrer Geldbörse, um 6,78 Euro in Centstücken zu bezahlen. „Das kann ich noch alleine“, faucht sie, als die Kassiererin ihr Hilfe anbietet.

20.04: Schließlich hat sie es geschafft. Die Menschen in Schlange zwei applaudieren, Oma ballt eine Siegerfaust und versucht sich unter „Au, mein Rücken“-Genuschel zu verbeugen.

20.21: Alle Einkäufe sind in ihrem Rollator verstaut. Im Schneckentempo schlappt sie aus dem Supermarkt. Mein Magen hat mich mittlerweile überzeugt, das Toastbrot in meiner Hand zu essen. An der Reihe ist jetzt ein bärtiger Typ. In der Wartezeit hat er seine 0,2 Liter Flasche Wodka bereits geleert und sich eine neue genommen. Die leere Flasche will er nicht bezahlen. Es könne schließlich niemand beweisen, dass er sie „aaauschgetrunk’n“ habe. Da er nicht locker lässt, ruft die Kassiererin die Polizei. Alle Menschen in Schlange zwei müssen im Supermarkt bleiben.

21.00: Die Polizei ist da. Weil der Supermarkt aber nun schließt, lässt die Kassiererin sie nicht herein. Die Kunden an Kasse zwei sollen bis morgen hier warten, sie habe nun Feierabend.  Ich lege mich auf den Boden und decke mich mit meiner leeren Toastbrotverpackung zu. Vielleicht hätte ich mich doch lieber an Kasse eins anstellen sollen.

Von Sarah Franke

Foto: Lara Sagen