Spricht E.T. Suaheli?

Der Gedanke, dass Außerirdische eine Sprache wie Suaheli sprechen, mag zwar bizarr sein, aber wie kommunizieren die Aliens? Nutzen sie überhaupt eine Sprache oder doch andere Mittel, wie Telepathie?

Douglas Vakoch glaubt an Aliens: „Ein indirekter Beweis für die Existenz außerirdischen Lebens
besteht darin, dass die meisten Sterne von Planeten mit lebensfreundlichen Bedingungen
umkreist werden“. Der Experte für Kommunikation mit Außerirdischen sucht im Rahmen des
Seti-Projekts mit knapp 70 anderen Wissenschaftlern nach einem Beweis für die Existenz
außerirdischen Lebens. Seti (Search for Extraterrestrical Intelligence – Suche nach
außerirdischem Leben) ist eine 1984 gegründete Nicht-Regierungsorganisation mit Hauptsitz in
Kalifornien. Ihr Ziel ist es, den Ursprung von Leben im Universum zu erforschen und zu
erklären.

Sollten Außerirdische gefunden werden, gäbe es für Vakoch eine bestehende Unklarheit: Gäbe,
es wirklich intelligente Lebensformen fern der Erde, müsse geklärt werden, „wie sich eine
Kontaktaufnahme gestalten könnte.“ Ob Außerirdische eine Sprache sprechen oder gar anhand
anderer Mittel kommunizieren, ist natürlich noch unklar. Ein weiteres Hindernis ist für den
Forscher die große Entfernung zu anderen Planetensystemen: „Der Stern, mit der geringsten
Distanz zur Erde, ist mehrere Billionen Kilometer von ihr entfernt. Eine Nachricht bräuchte mehr
als vier Jahre um dort anzukommen.“

Für die Zukunft kann sich der Alien-Experte jedoch noch keine Veränderung der bisherigen
Kommunikationsversuche vorstellen: „Wir nutzen ein riesiges Radio Teleskop in Nord
Kalifornien um Radio-Wellen zu versenden. Wir können leider nicht mehr tun, als starke, präzise
Signale zu verschicken.“ Bei den versendeten Signalen handelt es sich nicht um Musik oder
Sprachen, sondern um regelmäßige elektromagnetische Impulse, die nicht auf natürliche Art und
Weise entstehen können und daher auf unsere Existenz hindeuten.

Doch wie können Methoden um Außerirdische aufzuspüren zukünftig verbessert werden und wie
könnte sich eine Kontaktaufnahme explizit gestalten? Wird es möglich sein, Signale mit einer
weitaus größeren Geschwindigkeit als der Lichtgeschwindigkeit zu versenden? Werden die, in
der Theorie existierenden, Wurmlöcher, sprich Punkte im Universum, an denen man zu anderen
Punkten im Universum gebeamt wird, in der Praxis entdeckt? Wenn ja, werden sie dann dafür
genutzt, im Universum schneller zu belebten Planeten zu gelangen? Fantasien wie diesen verpasst
der Experte Vakoch einen Dämpfer: Zwar sei es nicht auszuschließen, dass Wurmlöcher entdeckt
würden, dass es aber eine schnellere Geschwindigkeit als die Lichtgeschwindigkeit geben wird,
hält er für sehr unwahrscheinlich.

Eine etwas andere Einstellung zu diesem Thema vertritt Hartwig Hausdorf. Ursprünglich in der
Reisebranche tätig, hat der 58-Jährige bereits 22 Bücher rund um Aliens publiziert. In Bezug auf
eine mögliche Kontaktaufnahme moniert der Experte, dass Distanzen zu anderen Sphären häufig
überschätzt würden. Um dies zu verdeutlichen nutzt er ein Beispiel aus der Fluggeschichte:
„1903 haben die Gebrüder Wright die ersten Flugversuche angestellt und nur 66 Jahre später hat
das Flugzeug Concorde Überschallgeschwindigkeit erreicht.“ Dass die Menschheit weite
Strecken zukünftig wesentlich schneller überwinden könnte, hält er dementsprechend für
realistisch. Doch letztendlich sei es nicht wichtig, wie die Wissenschaft mit Außerirdischen in
Kontakt trete, sondern viel mehr, ob die Menschheit von einem Kontakt überhaupt in Kenntnis
gesetzt würde. Eine weltweite Autoritätskrise wäre, laut Hausdorf, eine mögliche Folge, die
sicherlich nicht im Interesse der Wissenschaft läge.

Von Jon-Lukas Matz

Foto: Josepha Engelhardt

[ssba]