Sieben Schauspieler, die Method Acting (fast) zu weit getrieben haben.  

Method Acting – Die Kunst sich in eine Figur so hineinzuversetzen, dass man sie nicht mehr nur spielt, sondern diese Person ist. Jessica Preuss hat für euch einige Beispiele aus der Filmbranche herausgesucht, in denen die Schauspieler über ihre Grenzen hinausgegangen sind.

Tom Hanks in „Cast Away

Als Tom Hanks sich auf seine Rolle als Chuck Noland vorbereitete, der wie ein Mann mittleren Alters aussehen sollte, mästete er sich und nahm 22 kg zu. Nach dem Abschluss eines Großteils der Dreharbeiten speckte er diese 22 kg wieder ab und ließ sich stattdessen einen langen Bart wachsen, um wie jemand auszusehen, der seit Jahren auf einer einsamen Insel gestrandet war. Doch damit nicht genug: Während der Dreharbeiten auf Fiji lebte Hanks tatsächlich wie ein einsamer Inselbewohner. Er weigerte sich eine Beinverletzung behandeln zu lassen und holte sich prompt eine bakterielle Infektion. Als sich diese unangenehm bemerkbar machte und er sich doch zu einer Behandlung entschloss, erfuhr er beim Arzt, dass er kurz vor einer Blutvergiftung stünde.

Antonia Campbell-Hughes in 3096 Natascha Kampusch

Die echte Natascha Kampusch wurde acht Jahre lang von dem psychisch kranken Wolfgang Priklopil in einem Kellerverlies gefangen gehalten. Antonia Campbell-Hughes versuchte so viel zu leiden, wie Kampusch leiden musste. Infolgedessen nahm sie enorm an Gewicht ab. Das ging so weit, dass man sie kaum noch wiedererkennen konnte und Gesundheitsexperten sich einmischten, da sie um ihr Leben fürchteten.

Adrien Brody in „The Pianist“

Adrien Brody nahm 15 kg ab, um den Holocaust-Überlebenden Wladyslaw Szpilman in “The Pianist” glaubhaft verkörpern zu können. Außerdem nahm er Klavierunterricht und übte täglich vier Stunden. Damit nicht genug: Brody wollte das Gefühl der Verlorenheit im Warschauer Ghetto nachempfinden. Deshalb kündigte er seine Wohnung, verkaufte sein Auto und schaltete alle Telefone aus. Er packte zwei Taschen, nahm sein Keyboard und zog nach Europa, wo er monatelang unerreichbar war. Für den Film wurde er 2003 mit dem Oscar für den besten Schauspieler belohnt.

Val Kilmer in „The Doors“

Val Kilmer gab mehrere Tausend Dollar aus, um ein achtminütiges Musikvideo produzieren zu lassen, in dem er Songs von Jim Morrison singt und diesen perfekt imitiert. Kilmer lernte 50 Songs auswendig, trug Morrisons Kleidung und verbrachte seine Freizeit dort, wo auch Morrison seine Freizeit verbracht hatte. Kilmer unterhielt sich stundenlang mit Paul Rothchild, dem Produzenten der Band und Berater des Films. Nach den Dreharbeiten sagte Rothchild über Kilmer, dass dieser jetzt Morrison besser kenne als Morrison sich jemals selbst gekannt habe.

Nicholas Cage in Birdy

Nicholas Cage wollte den gleichen Schmerz spüren, den sein Vietnamveteran-Charakter fühlen musste. Also ließ er sich einige Zähne ohne Narkose ziehen. Außerdem ließ er sein Gesicht in einen Verband hüllen und lief fünf Wochen lang damit herum. Auf der Straße wurde er angestarrt oder ausgelacht. Als er schließlich den Verband wieder abnahm, war seine Haut voller Pickel und eingewachsener Haare.

Robert de Niro in Taxi Driver

Robert De Niro hat für die Vorbereitung auf seine Rolle tatsächlich seinen Taxischein gemacht. Der Oscar-Gewinner arbeitete anschließend zwölf-Stunden-Schichten und brachte in Drehpausen Fahrgäste in New York City zu ihrem Reiseziel.

Heath Ledger in The Dark Knight

Der australische Schauspieler spielte seine letzte Rolle so großartig, dass er dafür posthum im Jahr 2009 einen Oscar gewann. Er hatte sich vollständig mit Joker, dem bizarren Bösewicht, identifiziert und das Publikum begeistert. Selbst während der Drehpausen wollte er als Joker angesprochen werden und interagierte als solcher. Wer ihn nicht mit Joker ansprach, wurde ignoriert. Vor dem Dreh wollte Ledger das Gefühl der Isolation und Misanthropie selbst erleben, weshalb er sich vier Wochen lang in seiner Wohnung einschloss und für niemanden erreichbar war.

Von Jessica Preuss

[ssba]