Scorpions deklassieren Indians im Hannoveraner Derby

Gleich acht Mal ertönte die Torsirene in der ausverkauften Langenhagener Eishalle. Am Ende siegte am gestrigen Sonntagabend der Tabellendritte gegen den Spitzenreiter auch in der Höhe verdient mit 8:0.

Hungerecker und Lehmann besorgen Scorpions-Führung

Von Beginn an übernahmen die Scorpions vor heimischer Kulisse das Kommando und brachten viel Druck vor das Tor. Schon nach 30 Sekunden musste Indians-Goalie Boris Ackers in höchster Not mit Schoner und Handschuh retten, nur eine Minute später prüfte ihn der Neu-Scorpion Darcy Vaillancourt. Für den Neuzugang des Gastgebers war es sicherlich ein ganz besonderes Spiel, da er noch in der Vorsaison bei den Indians unter Vertrag stand. Nach vier Minuten Spielzeit sollte auch der Gast erstmalig offensiv aktiv werden, jedoch stellte ein Distanzschuss keine größere Gefahr für Torwart Dennis Knorff dar. Auf der anderen Seite machten es dann die Scorpions besser und gingen durch Phil Hungerecker in der sechsten Minute in Führung. Zunächst hatte Ackers stark pariert, war jedoch anschließend gegen den Torschützen machtlos. Der Indians-Goalie stand auch in der neunten Minute im Mittelpunkt, als er versuchte den Puck hinter dem Tor zu stoppen und ihn dabei an der Bande verlor. Ein Verteidiger bereinigte die gefährliche Situation. Allerdings kam jegliche Hilfe in der 14. Minute zu spät, als Sebastian Lehmann die Indians-Verteidigung stehen ließ und nach dem Umkurven des Goalies zum 2:0 einnetzte. Danny Reiss erhöhte in der 16. Minute sogar auf 3:0, allerdings erkannten die Schiedsrichter das Tor wegen Torraumabseits ab. In den Schlussminuten des ersten Drittels bewahrte Goalie Boris Ackers seine Indians vor einem höheren Rückstand.

 

Rabenschwarzer Tag für die Indians

Im zweiten Drittel geriet der Gast früh in Unterzahl, als Andrej Salzer für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurde (Haken). Im Powerplay zögerten die Scorpions nicht lange und erhöhten in Person von Sebastian Lehmann auf 3:0 (21. Minute). Die Indians hatten in der Folge durch Koziol eine gute Chance, waren im Abschluss allerdings glücklos. Es folgten rabenschwarze Minuten an einem rabenschwarzen Indians-Tag. Zunächst verlor Aaron Reckers bei eigenem Powerplay den Puck an der blauen Linie und Scorpion Jeffrey Keller erhöhte auf 4:0 (26. Minute). Nur wenige Sekunden nach dem Treffer unterlief der Indians-Defensive ein weiterer Fehler, Britt Quellette lief frei auf das Tor zu und konnte nur durch ein regelwidriges Einsteigen von Artur Grass gestoppt werden – die Schiedsrichter entschieden auf Penalty. Allerdings konnte Boris Ackers den Schuss von Britt Quellette halten und verhinderte somit den zweiten Unterzahltreffer der Scorpions. Die Indians präsentierten sich in dieser Phase völlig von der Rolle, ließen dem Gegner viele Freiräume und schwächten sich durch eigene Fehler. In Überzahl erhöhte Daniel Reiss wenig später auf 5:0 – sein verdeckter Schuss landete im rechten Eck. André Gerartz hatte für die Indians nochmals eine gute Gelegenheit, scheiterte jedoch am Goalie Dennis Korff.

Lehmann (3 Tore/3 Assists) – Der überragende Akteur auf dem Eis

Im Schlussabschnitt schraubte Sebastian Lehmann das Ergebnis mit seinem dritten Tagestreffer auf 6:0 in die Höhe (44. Minute). Er nutzte einen Abspielfehler in der gegnerischen Hintermannschaft. Nur eine Minute später tauchte Britt Quellette völlig frei vor dem Tor auf und erhöhte auf 7:0. Gar ein achter Treffer blieb den Indians-Fans nicht erspart: Jeffrey Keller traf zehn Minuten vor dem Ende in den rechten Winkel. Die Scorpions schalteten nun einige Gänge zurück und produzierten trotzdem noch kleinere Torchancen. Die Indians kamen drei Minuten vor dem Ende nochmal zu einem Pfostenschuss, verloren aber letztlich auch in der Höhe verdient mit 0:8.

Hannover Scorpions – Hannover Indians  8:0  ( 2:0 / 3:0 / 3:0 )

Tore:

1:0 Phil Hungerecker (5:43 / Sebastian Lehmann, Andreas Morczinietz)

2:0 Sebastian Lehmann (14:21 / Marvin Knauf, Andreas Morczinietz)

3:0 Sebastian Lehmann (ÜZ – 21:19 / Britt Quellette,  Andreas Morczinietz)

4:0 Jeffrey Keller (UZ – 26:24 / Sebastian Lehmann)

5:0 Daniel Reiss (ÜZ – 34:24 / Britt Quellette,  Sebastian Lehmann)

6:0 Sebastian Lehmann (44:06 / Andreas Morczinietz, Phil Hungerecker)

7:0 Britt Quellette (45:18 / Darcy Vaillancourt, Jeffrey Keller)

8:0 Jeffrey Keller (49:49 / Darcy Vaillancourt, Justin Spenke)

Strafminuten:

14 : 10

Zuschauer:

1.438 (ausverkauft)

Von David Nolte

[ssba]