Rosa oder Blau?

Die Frau in ihrem rosafarbenen Kleid erzieht ihr Kind und kümmert sich um den Haushalt, der Mann in blauer Jacke geht arbeiten und bringt das Geld nach Hause: nur ein Beispiel, wie die Werbeindustrie Frauen und Männer in Rollen drängt, die heute nicht mehr zeitgemäß sind. Doch Großbritannien will das nun mit einer Gesetzesänderung unterbinden.

Konsumenten und Konsumentinnen werden täglich mit Bildern konfrontiert, die sich zum Teil in grotesker Weise sexistischer Geschlechterstereotype bedienen. Vor allem Frauen kommen hierbei oft nicht gut weg und ihnen wird sogar teilweise die Intelligenz abgesprochen oder sie dienen nur dazu, die Zuschauer durch viel nackte Haut auf die Werbung aufmerksam zu machen. Das klappt leider viel zu oft.

In Großbritannien soll ab 2018 keine Werbung mehr mit Gender-Stereotypen gezeigt werden. Zudem sollen Werbespots, die Frauen oder Männer lächerlich machen, verboten werden. Die Behörde zur Überwachung der Werbung in Großbritannien, Advertising Standards Authority (ASA), hat außerdem in einer Studie herausgefunden, dass stereotype Darstellungen in der Werbung auf Kinder negativ wirken. Die Rollenklischees würden die Zukunftsaussichten der Kinder eventuell einschränken und diese hinsichtlich ihrer Rollenbilder prägen. Damit Kinder in Zukunft nicht mehr von der Werbung aufgezeigt bekommen, wie sie sich als Junge oder Mädchen zu verhalten haben, soll die Gesetzesänderung ab 2018 in Kraft treten. Vor allem Transphobie und Body-shaming sollen damit unterbunden werden.

Zwar würde es nicht darum gehen, Frauen künftig nie wieder bei Haushaltstätigkeiten zu zeigen, sondern stereotype Darstellungsweisen kritischer zu betrachten. Jedoch liegt auch hierbei nun die Schwierigkeit, ein gewisses Maß an „Normalität“ zu erreichen und nicht in gegenteilige Stereotypen zur bisherigen Werbung zu verfallen.

Von Marie Röthlingshöfer

[ssba]