(R)evolution Big Data

Das Motto der diesjährigen CeBIT lautete „Datability“. Doch was ist das überhaupt? Datability setzt sich aus den Begriffen „Big Data“ und der englischen Wortendung „-bility“ (wie bei ability, sustainability, responsibility) zusammen. Es steht also dafür „die Fähigkeit, große Datenmengen in hoher Geschwindigkeit verantwortungsvoll und nachhaltig zu nutzen“, wie die Betreiber auf Ihrer Website bekannt geben.

Gerade nach den Enthüllungen in den letzten Monaten durch den Ex-NSA Mitarbeiter Edward Snowden, ist „Big Data“ und der Umgang mit diesen Daten in aller Munde. Am Bahnhof, im Krankenhaus, im Büro, in der Fabrikhalle, und vor allem im Internet: Überall werden digitale Daten gesammelt und ausgewertet. Aber wie können diese riesigen Datenmengen sinnvoll genutzt und geschützt werden? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung.

Das McKinsey Global Institute sagt „Big data: The next frontier for innovation, competition, and productivity”.

Big Data setzt also da an, wo konventionelle Ansätze der Informationsverarbeitung an Grenzen stoßen. Es versetzt Unternehmen in die Lage, bei der Vorbereitung von Entscheidungen im Management in neue Dimensionen vorzustoßen. So können mögliche Optimierungspotentiale identifiziert werden und somit notwendige Maßnahmen schneller eingeleitet werden.

Ist Big Data wirklich Neuland?

Die Menschen waren schon immer Jäger und Sammler. Bereits die Bibel berichtet über die erste Volkszählung. Schon die Steinzeitmenschen sammelten wilde Pflanzen und jagten Wildtiere um zu überleben. Im Laufe der Jahrhunderte veränderten sich die Gegenstände und Lebewesen, aber das Jagen und Sammeln blieb und weitete sich auch auf Dinge aus, die man nicht zum Überleben benötigt, wie z. B. Schuhe, Sticker oder auch Informationen über Menschen. Als die elektronische Datenverarbeitung kam, stiegen die Möglichkeiten immens an. Heutzutage werden verschiedenste Datenquellen in kurzer Zeit automatisch miteinander verknüpft, abgeglichen und in Beziehung gesetzt werden.

Big Data in Deutschland?

Bereits im Vorfeld der CeBIT 2014 hat der Hightech-Verband Bitkom eine Umfrage in 507 Unternehmen innerhalb Deutschlands durchgeführt.

Das Ergebnis in Zahlen:

  • 9 Prozent setzen Big Data konkret ein
  • 31 Prozent der Unternehmen planen konkrete Lösungen
  • 28 Prozent der Unternehmen haben keine Meinung zu dem Thema
  • 33 Prozent der Unternehmen haben bisher nicht mit Big Data befasst

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(Bitkom/asc)

Unternehmen stehen vor dem Problem, dass sie immer größer werdende Datenmengen speichern, verwalten und analysieren müssen. Doch die Zahlen lassen darauf schließen, das Unternehmen in Big Data noch keinen Mehrwert sehen. Da nur jedes zehnte Unternehmen Big Data konkret plant, besteht hier großes Potenzial nach oben und weiterer Aufklärung zum Begriff. Mit der Nutzung der Datenmengen verschaffen sich Unternehmen neue Informationen. Für Unternehmen kann dies verschiedenste betriebswirtschaftliche Möglichkeiten bieten. So lassen sich Betriebsausgaben senken und interne Abläufe effizienter durchführen. Unternehmen können die Merkmale der Zielgruppe besser analysieren und erreichen.

Doch Big Data bedeutet nicht nur technische Lösungen; auch Unternehmensstrategien- und Maßnahmen müssen neu ausgerichtet werden, um das Potenzial von Big Data auszuschöpfen.

Gibt es auch Risiken?

Kaspersky Lab sieht hier ein großes Risiko „Für Privatanwender bestehen Risiken insbesondere durch unerwünschte Online-Werbung, Bewegungsprofile oder das kriminelle oder geheimdienstliche Data-Mining sowie den Verlust sensibler Daten. Über den Diebstahl persönlicher Informationen kann zudem die digitale Identität eines Opfers gestohlen werden. Hier müssen Cyberkriminelle Daten häufig einfach nur in Sozialen Netzwerken sammeln.“

Im Januar dieses Jahres wurden dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus einem sogenannten Botnetz Informationen übergeben, die ca. 16 Millionen E-Mailadressen mit zugehörigen Passwörtern enthielten. Die Warnung des BSI, dass diese Zugangsdaten auch an Internetkriminelle gelangt sein könnten, ging durch die Presse.

Wie kann man sich schützen?

  • Man sollte für jede einzelne Anmeldung an einem Onlinedienst ein eigenes Passwort verwenden. Diese Passwörter lassen sich auch für verschiedene Geräte inzwischen mit Zusatzsoftware komfortabel verwalten.
  • Die Passwörter sollten mindestens acht Zeichen lang sein und aus Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen bestehen. Außerdem sollten Passwörter halbjährlich geändert werden.
  • Vorsicht geboten ist grundsätzlich bei E-Mails mit Anhängen oder Links. Anhänge sollten nur geöffnet und Links sollte nur gefolgt werden, wenn man weiß von wem es kommt, und was sich dahinter verbergen könnte.

Zukünftige Ausrichtung nach Big Data

1,8 Zettabyte an Daten wurden im letzten Jahr erstmals weltweit produziert. Prognosen zufolge verdoppelt sich das Volumen alle zwei Jahre. Eine zentrale Frage ist daher schon heute: Wie können wir die Datenberge besser nutzen?

Unfassbar schnelle Computer und neuartige Software können mit riesigen Datenmengen umgehen. Das verändert nicht nur die Naturwissenschaften, sondern auch unser Leben und unsere Art zu denken. Die Zukunft bringt neue Datenquellen; mehr und mehr. Jede technische Revolution  bietet zusätzliche Quellen für mehr Informationen im Netz. Die Daten müssen zukünftig besser kanalisiert werden. Unternehmen und private Haushalte sollten künftig eigene Speicherkapazitäten erweitern und Cloud Systeme nutzen. Für Unternehmen kann außerdem der Einsatz von Big Data Spezialisten interessant werden, die mit Hilfe von Analyse-Tools den Datenverkehr organisieren.

Von Loreen Abedi und Jessica Preuss

Fotos: Jessica Preuss

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