Mit Vielfalt gegen Extremismus!

Im Juli 2017 eröffnete die Rechtsanwältin, Autorin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş in Berlin Moabit die liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee. Eine Begegnungsstätte für Menschen, die ihre Religion(en) friedlich ausleben wollen. Sie traf einen Nerv und bekam nicht nur Zustimmung…

Frauen und Männer sind hier gleichberechtigt und beten gemeinsam, Gläubige anderer Religionen, Menschen verschiedener Nationalitäten und Homosexuelle sind ausdrücklich willkommen. Das erste Freitagsgebet wurde von einem Mann und einer Frau geleitet, „die Imamin“ trug dabei kein Kopftuch. Die Moschee steht für eine offene und respektvolle Gemeinde, dies verdeutlichten auch die Worte der damaligen Einladung: „Liebe(r), gerade in diesen Zeiten des 21. Jahrhunderts, in denen der Islam immer mehr mit Terror in Verbindung gebracht wird, sehen wir es als unsere Aufgabe an, aufzuzeigen, dass der Islam sehr wohl mit der Demokratie vereinbar ist.“
Hierzulande und international gab es neben Befürwortern auch Kritiker und Gegner. In der Türkei und in Ägypten wurde öffentlich gegen die liberale Moschee gehetzt. Daraufhin erhielt Ateş Rückendeckung von der Bundesregierung, mit der Begründung, dass Angriffe auf die Religionsfreiheit in Deutschland nicht geduldet werden. Neben der liberalen Moschee gründete Ateş 2017 zusammen mit dem ehemaligen österreichischen Bundesrat Efgani Dönmez und dem Juristen Sebastian Reimer die „European Citizen’s Initiative Stop Extremism (ECI).“ Eine Initiative gegen politischen und religiösen Extremismus in Europa, die von verschiedenen prominenten Experten und Publizisten unterstützt wird, darunter der Autor und Psychologe Ahmad Mansour und der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide.

Religion in Frieden, ein Leben in Freiheit?

Ateş lebt in Deutschland unter Personenschutz. In einem demokratischen Land mit einem Grundgesetz, in dem die Würde der Menschen an erster Stelle steht. Doch Morddrohungen und Beschimpfungen gehören zu ihrem Alltag. Ateş ist eine mutige und starke Frau, die entschieden für einen friedlichen Diskurs zwischen Religionen, für Menschenrechte und Werte eintritt. Sie setzt sich gegen Zwangsheirat und Ehrenmorde ein und forderte zu dem einen eigenen Straftatbestand gegen Zwangsverheiratung. 2014 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Von Alem

Video: https://www.youtube.com/watch?v=goRrCj31L0Q

Beitragsbilder: Weisbecker

Website v. Seyran Ateş: http://seyranates.de/

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