Mit dem Smartphone ins Ausland

Die Semesterferien starten, Freizeitmodus setzt ein, die Ferne ruft.
Doch was muss ich eigentlich beachten, wenn ich mit meinem Smartphone ins Ausland reise? Interact klärt euch auf.

Tarife im Ausland

Die Roaminggebühren im EU-Ausland werden am 15. Juni 2017 weitestgehend abgeschafft. Bis dahin gelten Übergangslösungen. So muss z. B. jedes Mobilfunkunternehmen einen gesonderten EU-Tarif anbieten, damit der Kunde vor hohen Kosten geschützt wird. Diese Angebote variieren von Anbieter zu Anbieter. Sie beinhalten alles von Tages- und Wochen- bis hin zu Monatsangeboten für mobiles Internet, Telefonate und Textnachrichten. Es gibt auch Tarife, die von Haus aus bereits Kontingente fürs Ausland beinhalten. Es lohnt sich also sich vor der Reise bei seinem Anbieter zu erkundigen. Reisen außerhalb der EU jedoch unterliegen kaum Regeln. Hier kann die Rechnung teuer werden. Man kann jedoch mit seinem Mobilfunkanbieter im Vorfeld eine Höchstgrenze von 60 Euro vereinbaren. In dem Fall würde der Anbieter ab dem Betrag die Nutzung sperren. Häufig ist genau diese Grenze heute auch schon in den Verträgen geregelt.

(Quelle:Bundesnetzagentur, Stand Juli 2016)

Außerdem darf die Summe aus Inlandspreis und Aufschlag 23 Cent pro Minute für abgehende Anrufe; 6 Cent für eingehende Anrufe; 7 Cent für SMS und 24 Cent je Megabyte Datenvolumen nicht übersteigen. Die ersten 30 Sekunden dürfen bei abgehenden Telefonaten pauschal berechnet werden. Danach aber muss eine sekundengenaue Taktung erfolgen. Ankommende Gespräche müssen jedoch stets sekundengenau abgerechnet werden.

Ihr könnt aber natürlich auch im Ausland über Whatsapp, Viber oder Skype telefonieren. Bei einer Flatrate oder einem freien WLAN-Netzwerk sogar gratis.

Für alle Fälle gilt: Im Zweifel Roaming und Mailbox vor der Reise deaktivieren.

Je nach Dauer des Auslandsaufenthalts kann es sich auch lohnen sich eine eigene SIM zuzulegen. Am besten lässt sich diese mit einem Dual-Sim-Handy nutzen. So kann die deutsche SIM-Card weiter genutzt werden. Aber auch mit nur einem Simkartenslot kann sich eine ausländische SIM-Card als Vorteil erweisen – gerade wenn man sich außerhalb der EU aufhält. Häufig werden günstige Prepaid-SIMs noch im Flughafengebäude verkauft. Beim Kauf solltet ihr euren Ausweis oder Reisepass für eine eventuell nötige Registrierung parat haben. Die Aktivierung der SIM kann in der Regel auch direkt gemeinsam mit dem Verkäufer erledigt werden.

 WLAN im Ausland:

WLAN-Netze können oft rund um die Welt kostenlos genutzt werden. Unterkünfte bieten heutzutage häufig einen WLAN-Zugang an. Achtet darauf, ob dieser kostenfrei zur Verfügung steht. Manche Anbieter verlangen immer noch einen kleinen Aufpreis für die Nutzung. Wenn ihr eure Unterkunft über Portale sucht, könnt ihr die freie WLAN-Nutzung häufig auch als Bedingung einstellen. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, solltet ihr auch die Bewertungen früherer Gäste daraufhin prüfen. Die Geschwindigkeit der Verbindung kann im Ausland sehr unterschiedlich sein.

In vielen Städten oder Touristenhochburgen bieten Cafés ihren Gästen heute kostenlose Nutzung des WLANS an. Häufig findet man schon draußen an der Tür oder dem Schaufenster das WiFi-Symbol, das darauf hinweist. In größeren Städten ist inzwischen die gesamte Innenstadt ein WiFi-Hotspot und man kann das Netz kostenlos nutzen.

Über die App „WiFi-Finder“ (Android | IOS) könnt ihr überall kostenlose WLAN-Hotspots in der Umgebung aufspüren. Häufig werden sogar direkt die Passwörter mitgeliefert.

Aber Achtung: Sensible Daten sollten jedoch nicht über öffentliche Netzwerke versendet werden. Falls es doch unbedingt sein muss, empfiehlt sich die Nutzung eines VPN-Clients.

Maps:

Wie finde ich mich im Ausland bloß ohne Google Maps zurecht? Die Frage müsst ihr euch glücklicherweise nicht stellen. Denn selbst wenn ihr im Ausland keine mobile Datenverbindung habt oder nur im Hotel auf WLAN zurückgreifen könnt, könnt ihr den Kartendienst nutzen – offline.  Ihr könnt euch einen Kartenbereich zuhause (oder im Hotel) aufrufen und auf dem Smartphone abspeichern. Dafür meldet ihr euch einfach mit eurem Google-Konto an, ruft den Ort auf, den ihr speichern wollt, geht dann auf „mehr“ und wählt dann „herunterladen“ aus. Dieser Kartenabschnitt steht euch ab sofort offline zur Verfügung und kann unter dem Menü „Offlinekarten“ angezeigt werden.

Aufladen:

Wenn ihr euer Mobiltelefon nicht im Hotelspint lassen möchtet und den ganzen Tag unterwegs seid, benötigt ihr starke Akkuleistung. Wenn ihr den Akku aber doch schnell verdaddelt habt, helfen mobile Akkupacks. Achtet darauf, dass diese immer aufgeladen sind, bevor ihr das Hotel verlasst. Empfehlenswert sind gerade im Sommerurlaub mobile Akkupacks mit Solarfläche. Diese könnt ihr sowohl mit Strom aus der Steckdose aufladen, als auch nur mit der Sonneneinstrahlung. Diese Aufladung dauert natürlich länger, ist dafür jedoch gratis und auch unterwegs möglich.

Solltet ihr keinen Akkupack besitzen, oder diesen auch schon leergespielt haben, hilft nichts: Eine Steckdose muss her. An ausländischen Flughäfen und Bahnhöfen findet ihr immer häufiger Steckdosen zur freien Verfügung, wie z. B. in Dublin, Athen und London. Aber auch in einigen Cafés kann man bei einem Kaltgetränk häufig sein Telefon aufladen.

Je nachdem wo ihr euren Urlaub verbringt, lohnt sich die Anschaffung eines Multi-Adapters. So könnt ihr auch in UK oder in den USA eure Geräte aufladen, da sich diese Stecker leicht umbauen lassen.

 Am Strand

Ihr solltet euer Smartphone vor Hitze, Sand und Sonne schützen. Wenn euer Handy nicht von Werk aus wassergeschützt ist, könntet ihr euch eine wasserdichte Schutzhülle zulegen und es dort reinlegen. Sollte das Mobiltelefon dennoch nass werden, nehmt den Akku raus und legt diesen getrennt vom Gehäuse um beides trocknen zu lassen. Das verhindert einen Kurzschluss. Das Handy könnt ihr ohne Akku über Nacht in einem geschlossenen Behälter mit Reis legen, denn Reis bindet die Feuchtigkeit.

Sicherheit:

Ihr solltet wichtige Daten eures Telefons vor der Reise auf den PC oder in die Cloud übertragen. Sollte euer Handy in der Urlaubszeit kaputtgehen, verloren gehen oder geklaut werden, hättet ihr zumindest eure Daten gesichert. Im Falle eines Verlusts solltet ihr aber sofort eure SIM-Karte sperren. Dafür könnt ihr entweder direkt euren Mobilfunkbetreiber oder der Sperr-Notrufnummer 116 116 anrufen.

Sicherheitsapps wie z. B. CrookCatcher – Anti Theft sichern das Mobiltelefon auch nach dem Diebstahl. So kann der Dieb fotografiert werden, die App sendet das Foto dann an eine vorher festgelegte Email-Adresse. Auch die Daten können per Fernsteuerung gesperrt oder gelöscht und das Handy geortet werden.

Von Jessica Preuss

[ssba]