„Meine Mode ist diese Kombination von gemütlich und … schön.“

Esther Ewert, 23, ist Modedesignerin in Ausbildung an der M3 Hannover. Der 1. Februar 2014 ist der Tag ihrer Abschlussprüfung – einer großen Modenschau mit vielen Gästen. Im „InterAct“-Interview verrät sie, wie sie dazu kam, was ihren Stil ausmacht und was die Modewelt in nächster Zeit erwartet.

Esther, seit wann interessierst du dich für die Welt der Mode?

 Nun, ich würde sagen das kam relativ spontan. Als Kind habe ich mich gern verkleidet, alles mögliche einfach angezogen. Das machte mir viel Spaß. Nach meiner Realschule probierte ich eine Menge aus. Zahnarzthelferin, Sozialarbeiterin, solche Sachen. Das kam auch sehr durch meine Eltern, die wollten, dass ich lieber einen sicheren, soliden Beruf ausübe. Als ich merkte, dass diese Sachen alle nichts für mich waren, bewarb ich mich einfach spontan an der M3. Quasi zurück zu den Wurzeln. Und nun habe ich als Modedesignerin und Maßschneiderin das erste mal richtig Spaß an meinem Beruf.

Hast du denn im Zuge deines Interesses auch schon vorher eigene Kleidung gemacht?

Sagen wir „geändert“. Ich habe gern alte Pullis, die ich nicht mehr schön fand, mit Rüschen versehen, mal einen Flicken aufgenäht.  Das war nie wirklich zweckmäßig, aber ich fand es dann interessanter. Meine Kleidung habe ich mit einer eigenen Note versehen, das hat sie schon für mich schöner gemacht. Aber planen, zeichnen und anfertigen einer Jacke oder ähnlichem, habe ich erst in meiner Ausbildung gelernt.

Und hast du dir deinen Stil erhalten können oder ging der verloren?

Mir ist jetzt gegen Ende aufgefallen, dass Stil und Thema schon immer in eine Richtung gingen. Dabei bin ich nicht die strukturierteste. Ich mag dieses „leichte“ in meinen Projekten. Der Rahmen ist schon da, aber was darin geschieht ist mir überlassen, das gefällt mir sehr und ich konnte meine Vorlieben auch behalten und erweitern.

Und was kommt nach der Modenschau im Februar für dich und deine Mode?

Tja, da bin ich noch sehr offen. Da mir das Zeichnen schon immer Spaß gemacht hat, würde ich nicht ausschließen in Richtung Illustration zu gehen. Das ist wieder nur ein Oberbegriff, aber gestalten und entwerfen sind schon mein Ding. Ob ich da im Modebereich bleibe, weiß ich noch nicht. Es wäre aber Möglich, da lässt sich bestimmt etwas verbinden.

Vielleicht wirst du im Februar ja auch entdeckt!

Das kann sein. So etwas hört man ja schon manchmal. Ich warte es mal ab.

Esther, stell doch bitte mal eine Prognose für die nächsten zehn Jahre. Wie wird sich die Mode verändern?

Ich trage gern was ich möchte, was ich gemütlich finde und denke nicht daran was andere Leute davon halten. Ich könnte mir aber vorstellen, dass eben dieser Wohlfühlfaktor stärker seinen Platz in der Modewelt finden wird. Wenn sich mehr Menschen sagen „Ich trage das nun, weil ich mich wohl fühle und nicht weil es unbedingt schön für andere ist“, könnte sich daraus sicher eine Bewegung oder Stilrichtung bilden. Hier in Linden ist das schon auf dem Vormarsch (lacht).

Okay, letzte Frage: was rätst du Leuten, die vorhaben sich mit Mode näher zu beschäftigen?

Ich sehe es Leuten leicht an, wenn sie sich in ihrer Kleidung nicht wohl fühlen, sondern sie aus Stilgründen tragen. Das ist schade. Ganz wichtig finde ich, das man sich bewusst wird was man mag und wer man ist. Einfach mal ausprobieren was einem gefällt ohne auf andere zu hören oder sich um deren Urteile zu scheren. Man sollte sein eigenes „schön“ definieren. Ich bin da ein gutes Beispiel, denn nicht jeder mag was ich anhabe oder würde es tragen. Ich schon. Meine Mode ist diese Kombination von gemütlich und … schön.

Von Dennis Schmitt

[ssba]