Mal sehen

„Mal sehen“ tönt es durch dein Leben.
„Mal sehen“ – bloß nicht festlegen, bloß nichts geben.
Die Angst ist dir ins Gesicht geschrieben –
du bist nie länger als ’nen Moment geblieben.

Und du pflanzt Ungewissheit in die Seelen,
weil dir noch diese Worte fehlen.
Die Worte, die da heißen: „Ich bleibe.“

Und Sie? Haben Sie gute Plätze, wenn Sie auf der Oberfläche treiben?
Nein, denn Sie machen nie halt und könn‘n nirgendswo bleiben.
Und Sie treiben und treiben und geh’n
tief in das Meer aus den Worten „mal sehen“.

Denn man will nichts verpassen
und sagt deshalb „mal sehen“,
nur um am Ende am Leben vorbeizugehen.

Von Vivien Marie Rudek

[ssba]