Gruppe C: Deutschland, Polen, Ukraine und Nordirland

Deutschlands Vorrundengruppe bringt mit Polen, Ukraine und Nordirland alte Bekannte mit sich. Diese sollte man jedoch nicht unterschätzen, denn auch sie haben sich weiterentwickelt.

Deutschland: Der amtierende Weltmeister ist auch in Frankreich einer der Favoriten auf den Titel. Die Gruppenphase soll nur eine Durchgangsstation sein. Einzig die Polen könnten der deutschen Auswahl ein Bein stellen. Das Team von Trainer Löw ist mit Spielern der Extraklasse gespickt. Die Offensive mit Mesut Özil, Thomas Müller und Mario Götze stellt jede Defensive vor nahezu unlösbare Aufgaben. Trotzdem wiegt das verletzungsbedingte Fehlen von Flügelstürmer Marco Reus schwer. Im Mittelfeld zieht „Passmaschine“ Toni Kroos die Fäden. Mit Manuel Neuer steht der beste Keeper der Welt zwischen den Pfosten. Sollten noch dazu die Leistungsträger Schweinsteiger und Hummels rechtzeitig fit werden, so wird „Schwarz-Rot-Gold“ mindestens ins Halbfinale einziehen. Der Gruppenplatz eins wird den Deutschen in jedem Falle nicht zu nehmen sein.

Polen: Für die Waliser ist es Gareth Bale, für die Polen ist Robert Lewandowski der Heilsbringer. Der Stürmerstar vom FC Bayern München ist der momentan wohl beste Angreifer der Welt und soll „weiß und rot“ mit seinen Toren in die KO-Phase schießen. Nach Robert Lewandowski ist Mittelfeldmotor Grzegorz Krychowiak (FC Sevilla) der wichtigste Mann auf dem Platz. Mit seiner Athletik und seiner Zweikampfpräsenz nimmt er einen wichtigen Part in der Mannschaft von Trainer Nawalka ein. Mit Lukasz Piszczek und Jakub Blaszczykowski sind international erfahrene Spieler dabei, die für Borussia Dortmund schon etliche Europapokalspiele absolvierten. Deutschlands Nachbar wird mit der Ukraine um den zweiten Platz in der Gruppe fighten. Allerdings hängt hier, ähnlich wie bei den Walisern, vieles von nur einem Spieler ab.

Ukraine: Die Zeiten in denen Andrej Shevchenko für die Ukraine regelmäßig die Tore am Fließband erzielte, sind seit der letzten EM 2012 vorbei. In seine Fußstapfen soll nun Andriy Yarmolenko vom ukrainischen Spitzenklub Dynamo Kiew treten. Der pfeilschnelle Flügelstürmer wird von vielen europäischen Spitzenklubs gejagt. Weiterhin verfügen Yevhen Konoplyanka (FC Sevilla) und Taras Stepanenko (Schachtar Donezk) über ausreichend Offensivqualitäten. Im defensiven Mittelfeld soll der ehemalige Münchner Anatoliy Tymoshchuk für Ordnung sorgen. Mit seinen 37 Jahren gehört er zu den ältesten Spielern des gesamten Turniers. Gegen Deutschland wird die Mannschaft von Trainer Fomenko aber nur Außenseiterchancen haben. Die Osteuropäer werden sich auf die Duelle gegen Polen und Nordirland konzentrieren.

Nordirland: Ein Großteil der Mannschaft des EM-Debütanten spielt bei englischen Zweit- und Drittligisten. Dies sagt schon einiges über die Qualität der Mannschaft aus. Für die Kicker von der Insel ist die Endrunde eine Belohnung für die unglaublichen Leistungen in der Qualifikationsphase. Trainer O´Neill muss aus einem einfachen Grund auf Stars verzichten – es gibt einfach keine. Jeder gewonnene Punkt wird frenetisch von den enthusiastischen Fans gefeiert werden. Doch es werden nicht viele sein. Nordirland ist der absolute Underdog dieser EM und kann daher nur gewinnen.

Gruppentabelle C
Tipp:

  1. Deutschland
  2. Polen
  3. Ukraine
  4. Nordirland

Von Jan Jüttner

Foto: Marie Röthlingshöfer

[ssba]