Familienweihnachtsfeier-planungsdurcheinander

Ihr kennt das. Das Wort ist ebenso kompliziert wie der Sachverhalt.
Ich habe zu Weihnachten theoretisch vier Feiern abzudecken: engste Familie, Familie des Freundes, meine Großfamilie und die Geburtstagsfeier meiner Freundin. Die engste Familie ist immer Heiligabend dran und die Familie des Freundes am ersten Weihnachtsfeiertag. Meine Freundin hat am zweiten Feiertag Geburtstag und zu meiner eigenen Großfamilie gehe ich seit zwei Jahren nicht mehr, seit mir wieder eingefallen ist, dass Weihnachten das Fest der Liebe und nicht der Verlogenheit und Heuchelei ist.

Nun haben wir es dieses Jahr so geregelt, dass mein Freund und ich Heiligabend bei meiner engsten Familie verbringen und am ersten Weihnachtsfeiertag bei seiner Familie. So kann ich am zweiten Feiertag vormittags zu meiner Freundin fahren und mit ihr Geburtstag feiern. Klingt ja fast schon einfach, oder? Keine Sorge. Meine Großfamilie hat dieses Jahr nämlich beschlossen, dass gefälligst alle Mitglieder dieses Genpools die Weihnachtsharmonie genießen dürfen müssen. Dieses Jahr am zweiten Feiertag nachmittags. Außerdem hat mein Freund fürchterliche Angst davor, seiner Mutter mitzuteilen, dass ihr Goldjunge dieses Jahr als erster aus der gesamten Großfamilie Heiligabend bei einer anderen Sippe verbringen wird.

Also müssen wir jetzt noch meiner Großfamilie ehrlich mitteilen, dass wir die Feiertage lieber mit Menschen verbringen, denen wir öfter als einen Tag im Jahr am Herzen liegen, und meiner Schwiegermutter mitteilen, dass ihr Erstgeborener flügge geworden ist.
Und dann – tja, dann kann Weihnachten werden.
Frohes Fest.

Von Leonie Gebhard

Foto: Lara Sagen

[ssba]