Exotische Tiere im Haus: Die Vogelspinne

Viele von uns haben Haustiere wie Katzen, Hunde, Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen, mit denen wir schmusen. Doch einige von uns haben auch Vorlieben für exotische Tiere in den eigenen Vier-Wänden. So zum Beispiel für die Rotknie-Vogelspinne.

Doch woher haben die Vogelspinnen ihren Namen? Um das herauszufinden, muss man sich auf die Reise nach Surinam im Jahr 1699 begeben. Dort sah die Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian eine Spinne mit einem erbeuteten Vogel. Daraufhin hat der Forscher Carl von Linné der Spinne den Namen „Vogelspinne“ (Aranae avicularia) gegeben. Weltweit gibt es 850 verschiedene Vogelspinnen-Arten. Dabei sind die meisten Spinnen von Natur aus Einzelgänger und sehr faszinierende Tiere. So haben diese einen zweigeteilten Körper, acht Laufbeine und einen komplett behaarten Körper. Ihre Stabilität ist auf ihre starre Chitinhaut zurückzuführen. Dabei bildet sich bei der Häutung unter der Chitinhaut eine neue und weiche Haut. Diese Haut bietet der Spinne neuen Platz zum Wachsen, bevor sie schließlich aushärtet. Vor der Häutung macht die Spinne oft ein dünnes Gewebe auf den Boden und legt sich dann auf den Rücken. In dieser Position verharrt sie beinahe bewegungslos. Der Vorgang der Häutung dauert bis zu 30 Minuten. Die Beine, die dabei bei der Häutung verloren gehen, werden anschließend neu gebildet. Der Häutungsprozess findet bei einer ausgewachsenen Vogelspinne etwa ein Mal im Jahr statt.

Größere Insekten wie Grillen, Schaben und Heuschrecken dienen der Spinne als Futtertiere. Diese sollte man am besten in einem Fachgeschäft kaufen, da selbst gefangene Insekten Krankheitserreger enthalten könnten. Die Vogelspinnen brauchen nicht sonderlich viel Nahrung. Bei einem Jagdprozess überwältigen sie ihre Beute mit ihren Giftzähnen, den sogenannten Chelizeren. Die MagensRotknie-Vogelspinneäfte, die die Spinne bei der Nahrungsaufnahme hervorwürgt, dienen dazu die Beute zu einem feinen Nahrungsbrei zu verarbeiten. Durch die Mundöffnung gelangt der Nahrungsbrei bis in den Saugmagen und wird dann in den Mitteldarm gepumpt. Dort erfolgt letztendlich die eigentliche Verdauung der Nahrung. Während der Häutung sollte man die Tiere nicht füttern, um bei diesen keinen Stress zu verursachen. Der Hinterleib der Spinne darf nicht mehr als 1,5 Mal so groß sein wie ihr Vorderleib. Das kann nur dann vorkommen, wenn man der Spinne zu viele Futtertiere zum Fressen gibt. Stürzt die Spinne, kann der volle Hinterleib platzen und die Spinne stirbt.

Um Nachwuchs zu bekommen, paart sich das Spinnen-Weibchen mit dem Männchen. Bei diesem Paarungsprozess wird das Männchen oft vom Weibchen aufgefressen. Dann zieht sich das Weibchen in seine Höhle zurück, um dort aus Spinnseide einen Kokon zu machen. In diesen legt sie später die befruchteten Eier hinein. Nun dauert es ca. 7 bis 12 Wochen bevor der Nachwuchs schlüpft.

Um das Leben der Spinne im Terrarium so angenehm wie möglich zu gestalten, sollte am Boden Kokosfasern und Erde angebracht werden. Die Temperatur sollte bei ca. 28 Grad Celsius liegen. Diese wird durch die Anbringung einer Heizmatte am Terrarium oder einer Wärme erzeugenden Lampe erreicht. Durch die richtige Haltung und Pflege können die Weibchen ein Alter von bis zu 20 Jahren und die Männchen von etwa 4 bis 5 Jahren erreichen.

Sollte man von der Vogelspinne gebissen werden, kann das durchaus schmerzhaft sein, ist aber an sich harmlos. Der Biss der Spinne ist vergleichbar mit einem Bienenstich. Reagiert man jedoch allergisch auf den Biss, so können Taubheitsgefühle, Krämpfe und Kreislaufbeschwerden auftreten. Spinnen sind also keine Tiere zum Kuscheln und Spielen! Sie mögen es, wenn sie in ihrem Terrarium ihre Ruhe genießen dürfen. Denn in Stresssituationen verteidigt sich die Spinne mit Bombardieren, darunter ist das sogenannte Abstreifen der Brennhaare am Hinterleib zu verstehen. Beim Menschen kann es Juckreiz oder Pustelbildung verursachen.

Die Kosten für die Anschaffung der Spinne im Überblick:

Spinne: 50 Euro (variiert je nach Art)

Futter: Heuschrecken ca. 5 Euro für ein Dutzend, reicht für mehrere Wochen

Terrarium: ab 25 Euro erhältlich („Spinnenwürfel“ 30x30x30 cm)

Ausstattung für Terrarium: ca. 10 Euro

(Erde, kleine Trinkschale und Höhle, als Versteck für die Spinne)

Thermometer: 5 Euro

Hygrometer (Kontrolle der Luftfeuchtigkeit): 5 Euro

Heizmatte: 15 Euro

Weitere Infos zum Nachlesen: Boris F. Striffler, „Die Rotknie-Vogelspinne“, Brachypelma smithi, Verlag: Natur und Tier, 6. Auflage, 2013

Von Natali Dilmann

(Im nächsten Artikel „Exotische Tiere in den eigenen Vier-Wänden“, Schlangen – Kornnatter)

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