Ein Zeichen für Toleranz 

Am Pfingstwochenende steigt der diesjährige Christopher Street Day in Hannover. Vom 3. bis zum 5. Juni gehen die Menschen für gleiche Rechte der LGBTI* Community auf die Straße. Das Motto dieses Jahr: #mitdenken.  

Homophobie und Diskriminierung von Minderheiten ist auch heute noch ein großes Thema. Auch wenn man es mittlerweile für überwunden glaubt, Menschen, die einer sozialen Minderheit angehören, erfahren im alltäglichen Leben Feindlichkeit von vielen Seiten. Genau aus diesem Grund wird jedes Jahr der Christopher Street Day, kurz CSD, auf der ganzen Welt gefeiert. Denn dieser Tag bedeutet nicht nur Party, Pride und Parade – beim CSD kämpfen Menschen dafür, dass die Rechte aller gewährleistet sind.

Für Corinna Weiler, Projektkoordinatorin im Andersraum e.V. Hannover und Mitorganisatorin des Christopher Street Days ist es wichtig, den Menschen, die Diskriminierung erfahren, eine Stimme zu geben.  „Wir beobachten einfach einen Rechtsruck in der Gesellschaft, es werden Positionen salonfähig, von denen wir dachten, dass sie längst überwunden seien. Und das macht uns Sorge, weil das nicht nur die queere Community trifft, sondern im Endeffekt alle Menschen, die frei leben möchten. Und dagegen wollen wir uns stellen.“

Der diesjährige CSD in Hannover hat ein buntes Programm: Bereits zwei Wochen vor dem Pfingstwochenende starteten die Kulturtage rund ums Thema der LGBTI* Community. Ein Highlight für Corinna Weiler war die Filmvorführung am 18. Mai von „HOMØE – Auf der Suche nach Geborgenheit“ – eine Dokumentation eines Filmstudenten über Geflüchtete, die im Zuge des CSDs 2016 entstanden ist.

Am Pfingstwochenende startet  das Straßenfest auf dem Opernplatz und am Sonntag findet die große Demonstration quer durch Hannover statt. Unterstützt wird die Veranstaltung von vielen Sponsoren aus dem Raum Hannover. Mit dabei: Hannover 96 als Schirmherr der diesjährigen Veranstaltung mit  ihrer Initiative 96Plus.

Mirko Woitschig, Betreuer des sozialen Engagements des Vereins, will sich mit dem Projekt „Hannover ist bunt“ gegen Diskriminierung einsetzen, gerade, weil Homosexualität im Fußball häufig auch heute noch ein Tabuthema ist.  „Wir sind ein Verein, der offen ist. Wir sind ein bunter Verein, eine bunte Stadt und wir nehmen alle mit, frei von jeder Diskriminierung. Wir stehen dafür, dass jeder hier sein kann, so wie er sein möchte, unabhängig von seiner Religion, seiner geschlechtlichen Orientierung oder seiner Hautfarbe“, so Mirko Woitschig.

Die Veranstalter des Christopher Street Days freuen sich über jede Unterstützung. Ob hetero, schwul, lesbisch, bi-, trans-, inter-, oder asexuell: „Wir freuen uns über das Engagement aller Menschen, die ein Zeichen für Toleranz und Akzeptanz setzen möchten“, so Corinna Weiler.

Alle Informationen zum diesjährigen Christopher Street Day gibt es auf der Website der Veranstaltung (hannovercsd.de) oder auf Facebook.

von Celina Riedl

*LGBTI ist die Abkürzung für die englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transexuell/Transgender und Intersexual (deutsch: Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transsexuell/Transgender und Intersexuell). Sie kam in den USA in den neunziger Jahren auf. Inzwischen wird sie auch in Deutschland verwendet. Sie soll kurz und knapp Menschen bezeichnen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder ihres Körpers von der heterosexuellen Norm abweichen. 

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