Du kommst hier nicht rein!

Fossile Brennstofffirmen müssen draußen bleiben. Ein Kommentar von Chiara Thies.

Firmen fossiler Brennstoffe sollten nicht an Klimaverhandlungen teilnehmen. Sie sind hauptverantwortlich für den Klimawandel, weil 64% des weltweiten CO2-Ausstoßes durch fossile Brennstoffe verursacht wird. Gleichzeitig liegt ihr Interesse in unserer kapitalistischen Wirtschaftsform allein in steigendem Profit. Hier liegt ein fundamentaler Interessenkonflikt vor. Deswegen sind ihre Bemühungen, den CO2-Ausstoß zu verringern, dieser Prozess wird auch Mitigation genannt, gering. Entzieht es ihnen doch ihre Existenzgrundlage. Durch Lobbying versuchen sie deshalb, Mitigation zu verhindern.

Im Juni 2015 schrieben sechs große Ölfirmen, unter ihnen ist beispielsweise die Firma Royal Dutch Shell, einen offenen Brief an die United Nations (UN) und Regierungen. In diesem Brief fordern sie, an der UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) in Paris im November teilnehmen zu dürfen und stellen sich als Unternehmen dar, das den Klimaschutz fördern will. Das versuchen sie mit einem Festpreis auf Kohlenstoff zu erreichen. Diese Forderung stellen sie nicht nur auf der UNFCCC, sondern sie verlangen auch Gesprächsrunden mit den Regierungen. Damit hätten die Ölfirmen sich ihre zukünftige Existenz gesichert, da das Ziel von Mitigation den kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien bedeutet. Denn statt auf Kohlenstoff zu verzichten, würden ihnen die Regierungen einen festen Preis darauf zusichern.

Das Ziel von UNFCCC Verhandlungen ist es, Klimawandel zu vermindern. In Paris wurde 2015 letztendlich eine Begrenzung der globalen Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad beschlossen. Bei der UNFCCC in Marrakesch im November 2016 wird es um Maßnahmen gehen, die helfen, dieses Ziel zu erreichen. Mitigation wird dabei ein wichtiges Mittel sein. Deshalb sollen Firmen wie Shell nicht an diesen Verhandlungen teilnehmen dürfen.

Von Chiara Thies

Foto von Filipa Luise Lessing

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