Die hCG-Diät – Teil 2

Tag zwei und drei: Zeit für Sport

Am Morgen des zweiten Tages geht es als Erstes nüchtern auf die Waage. 2,5 Kilo runter! Das macht mich doch schon sehr stutzig. Wirklich erklären kann ich mir das nicht, denn Wasserzufuhr und -ausscheidung waren wie immer. Daran kann es also weniger liegen. Der Gedanke wird vorerst verdrängt und ich widme mich lieber meinem „Frühstück“. Ein halber Apfel, eine halbe Orange, der Vitaminsaft mit dem Schwefelbinder. Läuft!

Der Tag schleicht so dahin, kleinere Hungergefühle werden von den Globulis schnell erstickt es fällt mir nicht wirklich schwer durch die Stunden wenig zu essen. Mittags gibt es einen Salat ohne Dressing – aber nicht zu viel! Spannend wird es abends, denn heute ist Boxtraining angesagt. Eineinhalb Stunden Ausdauer- und Technikschulung, gefolgt von Sparring und das Ganze auf fast leeren Magen. Das ist ziemlich hart. Am Ende habe ich es aber ohne größere Krafteinbußen überlebt. Konzentration und muskuläre Ausdauer waren wie immer. Logisch, ich habe ja auch noch Reserven im Körper. Nach dem Sport gibt es noch einen Eiweißshake, etwas Tomate und den Saft plus Schwefelbinder. Schnell einzuschlafen, fällt mir heute nicht schwer.

Mittwoch. Der dritte Tag startet mit zwei dicken Überraschungen. Zum einen habe ich bereits insgesamt 7 Kilo runter, was ein Wahnsinnsergebnis ist für drei Tage! Der Spiegel gibt mir Recht, die Bauchregion sieht schon ordentlicher aus. Zum anderen fühle ich mich, wie vom Bus überfahren. Schlapp, müde und einfach fertig. Das Training hat es mir richtig gegeben und der Körper konnte sich aufgrund des Nährstoffmangels nicht optimal erholen. Mit diesen gemischten Gefühlen starte ich in den Tag. Kleines Frühstück, Pflichtsupplemente rein und los.

Den ganzen Tag bin ich dezent genervt und komme nicht wirklich voran. Auch der Hunger schlägt heute einen bösen linken Haken und langsam habe ich wirklich Lust auf ein Stück Schokolade bekommen. Aber es hilft alles nichts. Die Globulis werden brav genommen und mit viel Wasser runtergespült. Läuft bis zum Abend alles soweit gut. Bei meinem Essen – Putenbrust und Zuchininudeln – lasse ich den stressigen Tag ausklingen.

Tag vier und fünf: kleine Rückschläge gehören dazu

Tag vier: wiegen. 0,5 kg abgenommen. Der Gewichtsverlust beginnt zu stagnieren. Was tun, noch weniger essen? Keine Chance! Vor allem nicht, weil heute die zweite Trainingseinheit der Woche ist. Wirklich fit fühle ich mich aber noch immer nicht. Wie auch, wenn man nichts isst?!Dennoch will ich es am Abend probieren, also wird brav der Apfel gefrühstückt und Saft mit Schwefelbinder runtergeschluckt. Den Tag über die Globulis gegen den Hunger genommen, gönne ich mir zum Mittag aber einen kleinen Salat mit Salz und Pfeffer.

Dann gegen Abend wieder Boxen. Ohne nennenswerte Speicher im Körper und geistige Fitness im Kopf war das Ergebnis eigentlich abzusehen. Die Kondition versagt, die Muskeln wollen nicht wie ich will – und das zeigt sich schon recht schnell. Diese Einheit war definitiv nichts. Der Kraftstoff, das Essen, fehlt einfach. Auch die Nacht wird nicht besser. Ein unruhiger Schlaf, Gliederschmerzen und komische Träume begleiten mich bis in die frühen Morgenstunden.

Dann ist Freitag. Die Woche neigt sich dem Ende zu. Der Gewichtsverlust leider auch. 0,2 Kilo sind sogar wieder draufgekommen. Nicht gut! Am Essen kann es eigentlich nicht liegen, da ich die sowohl die Ernährungsrichtlinien, sowie die Medikation streng einhalte. So langsam tippe ich auf den gestörten Hormonhaushalt aufgrund von Stress, fehlenden Fetten (die zur körperinternen Hormonproduktion beitragen) und den Globulis. Ich beschließe das Ganze bis Sonntag zu beobachten und ggf. für die nächste Woche einige Modifikationen vorzunehmen. Bis dahin geht der Tag aber wie gehabt weiter: kleines Frühstück, Supplemente, Globulirationen alle zwei Stunden und abends früh ins Bett. Auch heute sind wieder ein schlappes Gefühl und dezenter Gliederschmerz meine ständigen Begleiter.

Tag sechs und sieben: endlich Wochenende

Es ist geschafft, endlich Wochenende! Die erste Woche hat ihre Spuren hinterlassen. Zwar zeigt die Waage nun genau 90 Kilo an, was mein Zielgewicht für eine Gewichtsklasse ist und womit ich auch sehr zufrieden bin. Allerdings ist der Preis, den ich dafür zahle sehr hoch. Eine wirklich anstrengende und nervenaufreibende Woche, die in schlechter Laune, noch schlechterem Schlafverhalten, Müdigkeit und katastrophaler körperlicher Verfassung zeigt. Mein Gesicht ist schmaler geworden, Augenringe treten hervor und ich fühle mich etwas kränklich. Allerdings zeigen Bauch und Hüften deutlichere Muskelkonturen und das Gefühl beim Springen, drehen und schlichtem Gehen ist anders – irgendwie leichter. Das macht dann doch gute Laune.

Beflügelt von meinen Erfolgen beschließe ich das Wochenende komplett sportfrei und höchst entspannt zu verbringen. Und die Diät abzubrechen…

Weiter geht es mit Teil 3 der hCG-Diät-Reportage.

Von Dennis Schmitt

[ssba]