Diät oder Essstörung? – Teil 1

Ist jemand nur ambitioniert oder schon krank? Was trennt einen eisernen Willen von einer ausgewachsenen Essstörung? Interact weiß es und gibt Ratschläge.

Sicherlich habt ihr schon mal jemanden in eurem Bekanntenkreis oder Sportstudio getroffen, der extrem auf seine Ernährung achtet. Mehrere Shakes am Tag trinken, Fett- und Kohlenhydratquellen meiden oder die obligatorische Dose Tunfisch als Post-Workout-Meal schon in der Bahn verzehren.

Beeindruckend so viel Selbstbeherrschung, so viel Ambition, so ein eiserner Wille. Jedoch kommt es nicht selten vor, dass der Antrieb für ein solch vermeintlich starkes Verhalten aus einem psychischen Problem entstand. Zu krasse Ernährungsphilosophien gelten unter Experten heutzutage nicht mehr als unabdingbar für Athleten, sondern als ausgewachsene Essstörung mit krankhaftem Charakter.

Dick oder dünn – gestört sind sie alle

Wer mit Sixpack, dicken Armen und breiter Brust nach Jahren des anstrengenden Trainings glänzen kann, hat tatsächlich etwas geschafft. Nur eine Minderheit der Menschen hat in ihrem Leben einen Körper mit dem sie zufrieden ist und gern zeigt. Bei den meisten war der Weg hart und voller Entbehrungen; anderen fiel es geradezu in den Schoß, weil sie einfach genetische Vorteile haben. Am Ziel angekommen, werden Anfänger oder dickere Menschen gern belächelt. Ein schwacher Wille oder fehlendes Durchhaltevermögen werden diesen Leuten gern angedichtet. Doch gerade wer einen niedrigen Körperfettanteil hat, erreichte diesen schwerlich ohne auch mal ungesund gehandelt zu haben.

Zur Erreichung eines Zieles ist uns vieles recht. Gern wird auf Vitamine oder Qualität von Lebensmitteln verzichtet, um genug Eiweiß zu bekommen. Kohlenhydrate, heute verschrien und als Dickmacher angeklagt, haben auch ihre Aufgaben im Körper und sind unabdingbare Energielieferanten für JEDEN Sportler. Fette sind wichtig für die Löslichkeit von Nährstoffen im Darm und bei der Hormonproduktion aktiv. Der Trend geht dahin, dass mehr auf die Makro- als auf die Mikronährstoffe geachtet wird.
Man könnte fast sagen: die Dicken achten zu wenig auf die Makros; die Dünnen zu wenig auf die Mikros.

Dass, egal ob Adipöser oder Sportler, stets gilt eine ausgewogene Ernährung anzustreben, kommt nicht von ungefähr. Nur durch den richtigen Mix von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten (also Makronährstoffen) und Vitaminen, Spurenelementen, Ballaststoffen und Mineralien (also Mikronährstoffen) wird eine optimale Versorgung gewährleistet. Alles was abweicht, wird bereits als „Ernährungsdefizit“ eingestuft und kann bis zur ausgewachsenen Essstörung heranwachsen.

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Von Dennis Schmitt

Foto: Lara Sagen

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