Category Archives: Wortkunst

Wortkunst

Spaziergang im Regen

1. Und wieder spaziert er im Regen
irgendwas muss es ihm geben
dieser Regen so gegen Nacht
wenn er seinen Spaziergang macht.
2. Und wieder spaziert er im Regen
auch heut wird er keinem begegnen
denn bei Regen so gegen Nacht
ist es selten, dass man sowas macht.
3. Und dann gab es lang keinen Regen
auch er war nicht mehr zugegen
denn Regen ist der Grund gegen Nacht
warum er den Spaziergang gern macht.

Von Vivien Marie Rudek

Wortkunst

Feuerwerk

Ein Feuerwerk in rot, grün, gold
erhellt die dunkle Nacht.
Und du merkst, wie es auch in dir
so manchen Wunsch entfacht.

Dein Wunsch nach Liebe leuchtet rot
und grün die Hoffnungsfunken.
Und du bist in Gedanken an
das gold’ne Glück versunken.

Doch bald erlischt das Feuerwerk,
nicht jeder Wunsch wird wahr.
Doch ich wünsch‘ dir von Herzen ein
ganz buntes neues Jahr.

von Vivien Marie Rudek

Wortkunst

Weihnachtssinn

Ich stehe im Dezemberwind;
im Glanz der vielen Lichter
und schaue voller Neugierde
in andere Gesichter:

Das eine ist sehr nachdenklich,
das and’re warm und offen
und noch ein and’res schaut sich um
– es wird wohl etwas hoffen.

Und ein Gesicht ist anteilslos
und eines wirkt gemein
und noch ein and’res schaut hinab
– es wird wohl traurig sein.

Ich spüre den Dezemberwind
und möchte grade gehen,
da sehe ich ein kleines Kind
und bleibe staunend stehen.

Ich sah viele Gesichter hier.
Ich schaute lange hin,
doch nur das kleinste aller ist
erfüllt vom Weihnachtssinn.

Denn es ist voller Vorfreude
und voller Ehrlichkeit.
Lebendig, lieb und aufrichtig
genießt es diese Zeit.

Und das Gesicht ist hoffnungsvoll,
es glaubt, vertraut und liebt
und zeigt mir still, warum es die
Adventszeit für uns gibt.

Ich liebe den Dezemberwind
und auch das Weihnachtslicht
und endlich trage nun auch ich
ein fröhliches Gesicht.

von Vivien Marie Rudek

Wortkunst

Mal sehen

„Mal sehen“ tönt es durch dein Leben.
„Mal sehen“ – bloß nicht festlegen, bloß nichts geben.
Die Angst ist dir ins Gesicht geschrieben –
du bist nie länger als ’nen Moment geblieben.

Und du pflanzt Ungewissheit in die Seelen,
weil dir noch diese Worte fehlen.
Die Worte, die da heißen: „Ich bleibe.“

Und Sie? Haben Sie gute Plätze, wenn Sie auf der Oberfläche treiben?
Nein, denn Sie machen nie halt und könn‘n nirgendswo bleiben.
Und Sie treiben und treiben und geh’n
tief in das Meer aus den Worten „mal sehen“.

Denn man will nichts verpassen
und sagt deshalb „mal sehen“,
nur um am Ende am Leben vorbeizugehen.

Von Vivien Marie Rudek

Wortkunst

Dort spiegelt sich ein Licht

Ich schau‘ hinab auf den Asphalt.
Dort spiegelt sich ein Licht.
Ich wünsche mir, es sei der Mond,
doch leider ist er‘s nicht.

Vom Regen nass die Straße seh‘
ich in ihr die Laterne.
Ihr schwaches Licht auf dunklem Grund
ersetzt mir heut‘ die Sterne.

Denn Schauerwolken schieben sich
dicht vor das Licht der Nacht.
Doch ich schau‘ auf ein Spiegelbild,
das mir entgegen lacht.

Von Vivien Marie Rudek