Großer Erfolg dank Christian Bale – „American Hustle“ überzeugt auf ganzer Linie

Namhafte Schauspieler für hochgehandelte Story: 2010 war das Drehbuch von Eric Singer  noch Teil der Blacklist der besten unverfilmten Drehbücher, nun wagt sich David O. Russel an die Realisierung des Mammut-Projekts „American Hustle“. Neben Batman-Star Christian Bale sollen unter anderem Bradley Cooper, Jennifer Lawrence und Jeremy Renner für den Erfolg des 138-minütigen Dramas sorgen.

Der schmierige Protagonist Irving Rosenfeld (Christian Bale) betreibt mehrere Waschsalons in New York und Umgebung. Seine Ehefrau Rosalyn (Jennifer Lawrence) und sein Adoptiv-Sohn wissen jedoch nicht, dass auch seine Nebentätigkeit als Trickbetrüger Grund für ihre guten Lebensverhältnisse ist. Ebenfalls ahnen sie zunächst nichts von Irvings Geliebter Sydney Prosser (Amy Adams). Sie hilft ihm bei seinen Geschäften, indem sie sich vor „Kunden“ als die reiche Britin „Edith Greensley“ ausgibt.

Relativ schnell zeigt sich jedoch, dass Irving liebestechnisch nicht dauerhaft problemlos auf zwei Hochzeiten tanzen kann: Als der FBI-Agent Richie DiMasio (Bradley Cooper) Sydney eines Kreditbetrugs überführt, wird Irvings Leben schlagartig auf den Kopf gestellt. DiMasio schlägt den beiden vor, für mildernde Umstände fortan mit ihm zu kooperieren.

Mit der Vortäuschung eines spendablen Scheichs soll einflussreichen Politiker wie dem Bürgermeister der Stadt Camden, Carmine Polito (Jeremy Renner) Bestechlichkeit nach gewiesen werden. Dieser plant mit Investitionen des fingierten Scheichs dem Glücksspiel in Atlantic-City unter die Arme zu greifen.

Nach und nach läuft das Vorhaben aus dem Ruder. Der Grund: DiMasio wird größenwahnsinnig und Irvings Frau Rosalyn geht eine kontraproduktive Liaison ein.

Trotz der verfahrenen Situation kommt es jedoch letztlich zu einer Wendung mit überraschendem Ausgang.

David O. Russel gelingt es, ein Drama mit deutlichem Spannungsbogen zu kreieren, dass dank überragender schauspielerischer Leistungen nicht nur durch optische Umsetzung zu überzeugen weiß. Mit wie viel Herzblut Christiane Bale an seine Rolle geht, lässt sich zu gut an seiner äußeren Wandlung erkennen. Der Protagonist ist wohl der Hauptgrund für die komödienhaften Anteile der eigentlich dramatischen Handlung. Eine Steilvorlage für die humoristische Umsetzung bieten natürlich die zahlreichen Verstrickungen der einzelnen Charaktere. Einziges Manko: Die zahlreichen finanziellen Vorgänge im Film sind beim zunächst für den durchschnittlich gebildeten Kinobesucher größtenteils nicht durchschaubar. Zumindest bleiben die kausalen Handlungszusammenhänge verständlich. Im Gegensatz zu ähnlich gut umgesetzten Filmen wie „The Wolf of Wallstreet“ hat „American Hustle“ mit 138 Minuten eine ideale Länge, bei der man während des Kinobesuchs, trotz perfekter Unterhaltung, nicht in Verlegenheit kommt, auf die Uhr zu schauen. Nicht nur deshalb hat David O. Russels Werk es verdient, dieses Jahr  als einziger Film für fünf Kategorien der Oscarverleihung (sogenannte „Big Five“) nominiert zu sein.

Von Jon Matz

[ssba]