Akustische Stadtspaziergänge in Hannover 

Wie klingt Hannover für euch? Vielleicht ist es das Läuten der Marktkirche, das geschäftige Treiben am Kröpcke, die Stadtmusikanten oder die sanften Klänge des Musik-Gullis am Hauptbahnhof. Landschaftsarchitektin und Fachjournalistin Sabine Krebs hat es sich zur Aufgabe gemacht, Orte wie die Leinemasch, Eilenriede oder den Maschsee mithilfe von Audioguides lebendiger zu gestalten. 

Hörstationen wie  „Welcher Vogel ist das?“ fordern die Eilenriedebesucher zum Miträtseln auf. Wer da zwitschert, kann mit Smartphones und ausleihbaren Abspielgeräten erforscht werden: Spaziergänger sollen so den Stadtwald an insgesamt 11 Hörstationen akustisch erkunden. Stefanie Krebs steckt hinter dem Projekt mit dem Namen: Tonspur Stadtlandschaft. Die Idee dazu kam ihr bereits vor einigen Jahren.

Stefanie Krebs: Ich selber bin Landschaftsarchitektin und unterrichte auch hier an der Leibniz Universität angehende Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen und wir haben damals in der Lehre begonnen damit zu experimentieren, weil wir das eine tolle Möglichkeit fanden übers Ohr die Informationen über die Landschaft zu vermitteln an dem Ort wo man grade steht und aus diesen Lehrexperimenten ist dann schließlich das Unternehmen geworden.“

Die dabei entstandenen Audioguides heben sich von den klassisch akustischen Informationen, wie in Museen oder auf Stadtbesichtigungen, ab. Man kann sie dank Smartphone und QR-Code nicht nur spontan, sondern auch interaktiv nutzen. Stefanie Krebs kombiniert Klänge aus der Umwelt mit Interviews, die mit den unterschiedlichsten Personen aus dem Umfeld der Eilenriede geführt wurden.

Krebs: Da kommt der Förster zu Wort oder der Holzrücker, der mit den Pferden in den Wald zieht, oder die Spaziergängerin, die sich schon mal in der Eilenriede verlaufen hat, oder der Mann der jeden Tag zu Rasenlabyrinth geht, weil das für ihn ein Besonderer Ort ist. Und diese vielen verschiedenen Stimmen, die bringen wir zusammen.“

Die Autorin der Audioguides erstellte viele ihrer Hörrundgänge im Auftrag mit der Stadt Hannover. Ziel der Tonspuren: Die Geschichte eines Ortes erfahrbar machen, die Besucher zum Mitmachen auffordern und das Bewusstsein dafür schärfen, welche Vielfalt an Geräuschen uns umgibt – Die Umgebung nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren bewusst wahrnehmen. Wie klingt Hannover für Stefanie Krebs?

Krebs: „Leider ganz schön laut muss ich sagen, also das ist auch etwas worauf man mit der Zeit auch erst achtet, wenn man viel Unterwegs ist und Aufnahmen macht, das leider die ganze Stadt von Verkehrsgeräuschen durchdrungen ist, was auch an den Schnellwegen liegt, die einfach überall in Hannover präsent sind, und auch wenn ich morgens um fünf in der Eilenriede Vogelstimmen aufnehmen will, höre ich immer dieses Verkehrsrauschen im Hintergrund.“

Das Feedback von Besuchern der Eilenriede ist durchweg positiv. Auch weil sich die Hörstationen für jede Altersgruppe eignen. Ganz besonders wichtig für das Projekt Tonspur Stadtlandschaft: Die erstellten Audiomedien machen hörbar, was man nicht mehr sieht: Sie erzählen die Geschichte eines Ortes und verbinden sie mit der Gegenwart. Wir setzen uns so mit Hannover auseinander und lernen gleichzeitig noch etwas über unsere Heimat.

Weitere Infos gibt es auf:

www.tonspur-stadtlandschaft.de

www.eilenriede-hoeren.de

Von Nina Räbiger

[ssba]